Ein Team von Wissenschaftler:innen der US-amerikanischen University of California in Riverside und des israelischen Weizmann Institute of Science in Rehovot hat eine Methode entwickelt, die nach einem verborgenen molekularen Ordnungsprinzip sucht. Wie in einer im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlichten Studie zu lesen ist, verraten nicht die einzelnen chemischen Bausteine selbst, sondern deren statistische Verteilung die Existenz von Biologie.Anzeige

Bislang suchte die Wissenschaft oft nach ganz bestimmten Molekülen, um außerirdisches Leben auf fernen Planeten oder Monden nachzuweisen. Der neue Ansatz konzentriert sich stattdessen auf die molekulare Diversität ganzer Gemische und misst, wie gleichmäßig verschiedene Bausteine in einer Probe verteilt sind.

Biologie arbeitet gegen die Thermodynamik

Die Forscher:innen haben herausgefunden, dass biologische Systeme kontinuierlich Energie aufwenden, um komplexe Molekülgemische in funktionalen Verhältnissen zu organisieren. Abiotische, also nichtlebendige Prozesse folgen hingegen streng den Gesetzen der Thermodynamik und bringen meist nur simple, energetisch günstige Verbindungen hervor.Anzeige

Für diese neue Analysegrundlage nutzte das Team eine bewusst vielfältige Mischung aus biologischen Erdproben wie Tiefseesedimenten und irdischen Bakterienkulturen. Dem gegenüber standen präzise Laborsimulationen sowie echte Analysedaten von Meteoriten und von dem Asteroiden Ryugu zurückgebrachten Proben.