Stand: 20.05.2026 • 16:07 Uhr
Im Wrestling bezeichnet "Kayfabe" die Übereinkunft, Inszenierung als Realität zu behandeln. Das funktioniert auch in der Politik: Trump etwa inszeniert Skandale als Showelemente - eine Strategie, die auch in Deutschland um sich greift.
Von Ida Morganti, BR
Ein breiter Mann mit Gesichtstattoos und Rastazöpfen klettert auf die Seile, die den viereckigen Wrestling-Ring begrenzen. Auf dem Boden liegt der Gegner, er bewegt sich kaum noch. Was jetzt gleich passiert, weiß das Publikum. Es ist der vorläufige Höhepunkt des Kampfes und nicht selten sein Ende: der sogenannte "diving move". Der Wrestler springt vom obersten Randseil wie ein Frosch und performt einen Bauchklatscher auf dem Oberkörper seines Gegners. Der bleibt regungslos liegen, der Ringrichter zählt sein K.o. an. Das Publikum jubelt.
Was brutal wirkt, ist natürlich nicht echt. Statt echter Kampf ist Wrestling geskriptet, wie eine Reality Show mit Drehbuch. Wer gewinnt, wer verliert, wer sich streitet und betrügt, das alles entscheiden die "Booker", also das Autorenteam der Firma "World Wrestling Entertainment" (WWE), das hinter dem Spektakel steckt.







