Als ich in den 90ern die ersten Schritte ins Internet unternahm, waren das Schritte voller Bewunderung: Ein Ort, der sich vor meinem heimischen Computerbildschirm auftat, aber doch mit der ganzen Welt verbunden war. Im Laufe der Jahre wurde das Netz bunter, lauter und chaotischer. Später stiegen die großen Social-Media-Plattformen auf. Was sich aber nie veränderte: Wir haben uns das Netz zu jeder Zeit aktiv erschlossen.
Diese Ära neigt sich dem Ende. Das Internet entwickelt sich zu einer intelligenten Infrastruktur. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr im Interface von Websites, Social-Media-Diensten oder Onlineshops, sondern in der Struktur dahinter. Nicht das schönste Design oder der funktionalste Dienst entscheidet, sondern vielmehr die Frage, ob Inhalte geordnet, gewichtet und zur Weiterverwendung vorliegen.
Das nächste Internet gehört den Agenten. Sie werten Informationen aus, priorisieren und handeln in unserem Auftrag. Dabei zerlegen sie Inhalte in Tokens und leiten daraus ab, was relevant ist.
„Tokenisiert euch!“ ist vor diesem Hintergrund keine abstrakte Forderung, sondern eine konkrete Anpassung an diese neue Realität. Das Wissen in Unternehmen muss nicht mehr nur für Menschen erschließbar sein, sondern für agentische Systeme. Entsprechend gilt es, Datenstrategien anzupassen – „Company as Code“ ist hier die Devise: Wer im nächsten Internet handlungsfähig sein will, muss klar dokumentieren und strukturieren, was heute noch auf Köpfe, Meetings und Tools verstreut ist – und für Maschinen lesbar machen.













