Angestaute Trauer: Das Wiener Museum für Angewandte Kunst richtet Christoph Schlingensief eine bisweilen irritierend parareligiöse Retrospektive aus.
Christoph Schlingensiefs „Erste österreichische Koalitionswoche“ erzürnte im Jahr 2000 alle. Auch die Antifa
© David Baltzer/bildbuehne.de
Überschreitet man die Gebäudebrücke zum großen Ausstellungsraum im Wiener Museum Angewandte Kunst (MAK), stößt man auf eine hölzerne Kapelle. Sie stammt aus „Church of Fear“, Christoph Schlingensiefs Beitrag zur Kunstbiennale in Venedig 2003.
Sie wirkt wie das Kassenhäuschen, an dem nach dem profanen Museumseintritt noch mal der geistliche Obolus eingehoben wird. Klingelbeutel und Sammeldosen der „COF“ stehen noch an der Seite. Die geläuterten Zöllner und Sünder sind längst fort: 16 Jahre nach seinem Tod wird hier in Wien eine Schlingensief-Retrospektive unter dem Titel „Es ist nicht mehr mein Problem“ zur Trauerfeier für die Wirkungsmöglichkeiten der Kunst.








