Das Energiesystem ist im Umbruch: Teure fossile Energieimporte treffen auf wachsende Stromüberschüsse aus Wind und PV. Erzeugung und Verbrauch fallen dabei zeitlich und räumlich immer häufiger auseinander, was an manchen Tagen zu negativen, aber auch zu sehr hohen Börsenpreisen führt. Genau hier liegt die Chance für private Haushalte: Mit einer PV-Anlage können Eigenheimbesitzer einen großen Teil ihres Bedarfs selbst decken und Überschüsse durch Eigenverbrauch, Speicher oder steuerbare Verbraucher (zum Beispiel Wärmepumpe und Wallbox) besser nutzen. Mieter profitieren zumindest teilweise über Balkonkraftwerke. Dynamische Tarife belohnen zusätzlich alle, die ihren Verbrauch in günstige Stunden verschieben.

c't Photovoltaik (5 Bilder)

Gleichzeitig sendet die Bundespolitik, allen voran die Wirtschaftsministerin, das Signal, dass der Ausbau erneuerbarer Energien gebremst werden müsse. Folge ist eine zunehmende Verunsicherung: Lohnt es sich jetzt noch, eine PV-Anlage zu installieren, wenn Vergütungen für Einspeisungen in der Zukunft wegfallen könnten oder man für die Nutzung des Stromnetzes als Einspeiser künftig zahlen muss?

Richtig ist: Bei der Planung einer Anlage heute muss man diese auf Eigenverbrauch optimieren, denn jede nicht aus dem Netz gekaufte Kilowattstunde spart gute 30 Cent. Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit einer Anlage, egal ob Balkonkraftwerk oder große Dachanlage, ist also die Optimierung des Eigenverbrauchs.