PfadnavigationHomeSportFußballFrauenfußballSkandal in TschechienEr filmte heimlich Spielerinnen – Erstliga-Trainer lebenslang gesperrtStand: 10:21 UhrLesedauer: 2 MinutenErst nach Petr Vlachovskýs Festnahme erfuhren die Spielerinnen von den Aufnahmen Quelle: Dalibor Gluck/CTK via AP15 Jahre lang war Petr Vlachovský Trainer beim Erstligisten 1. FC Slovacko. Ein Gericht befindet ihn für schuldig, mehr als ein Dutzend Mädchen und Frauen seines Klubs ohne ihr Wissen gefilmt zu haben. Die Uefa greift konsequent durch.Petr Vlachovský sorgte für einen Skandal. Jetzt muss der 42-Jährige für sein Handeln büßen und darf nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Die Uefa sperrte den Trainer – lebenslang.Der europäische Fußballverband teilte in einer Erklärung mit: „Nach der Einsetzung eines Uefa-Ethik- und Disziplinarinspektors (EDI) zur Untersuchung von Vorwürfen potenziellen Fehlverhaltens gegen Herrn Petr Vlachovský, den ehemaligen Cheftrainer der Frauenmannschaft des 1. FC Slovacko, und auf Antrag des EDI hat die Uefa-Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer (CEDB) heute beschlossen, Herrn Petr Vlachovský lebenslang von jeglicher fußballbezogenen Tätigkeit auszuschließen.“Hintergrund der Sanktion: Vlachovsky hatte in der Vergangenheit heimliche Videoaufnahmen von Spielerinnen in Umkleiden und Duschen gemacht. Im vergangenen Jahr wurde er deshalb von einem tschechischen Gericht zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung sowie zu einem fünfjährigen Berufsverbot verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 14 Spielerinnen gefilmt zu haben. 15 Jahre war er Coach der Mädchen- und Frauenteams beim tschechischen Erstligisten 1. FC Slovacko. Vlachovský hatte zuvor unter anderem auch die tschechische U19-Nationalmannschaft der Frauen trainiert und war einst als bester Frauencoach des Landes ausgezeichnet worden.Polizei findet weiteres Material bei VlachovskýDie Uefa forderte den Weltverband Fifa auf, die Sperre weltweit anzuerkennen, und wies zugleich den tschechischen Verband an, Vlachovský die Trainerlizenz zu entziehen.Die Spielergewerkschaft Fifpro reagiert schnell auf die Sperre und erklärt: „Dieses Ergebnis sendet ein starkes und notwendiges Signal, dass missbräuchliches und unangemessenes Verhalten im Fußball keinen Platz hat und dass der Schutz des Wohlergehens der Spieler auf allen Ebenen des Spiels Priorität haben muss.“Und: „Wir begrüßen zudem die Forderung der Uefa an die Fifa, die Sperre weltweit auszuweiten, sowie die Aufforderung an den Tschechischen Fußballverband, Herrn Vlachovskýs Trainerlizenz zu entziehen.“Vlachovský war im September 2023 festgenommen worden, nachdem die Polizei die heimlich aufgenommenen Videos im Internet entdeckt hatte. Zudem sei bei ihm Berichten zufolge Material mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern gefunden worden. Nach Angaben der Spielergewerkschaft Fifpro erfuhren die Spielerinnen von den Aufnahmen erst nach der Festnahme; die Kamera sei in einem Rucksack versteckt gewesen, die jüngste Betroffene sei 17 Jahre alt gewesen.cb/pk