Schutzwall gegen Beschuss in Sarajevo (Archivfoto aus dem Jahr 1996)
Jürgen Eis / IMAGO
Mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Bosnienkrieges hat die Justiz in Österreich Ermittlungen gegen zwei Verdächtige aufgenommen, die als sogenannte Wochenend-Scharfschützen auf Zivilisten im belagerten Sarajevo geschossen haben sollen. Die Ermittlungen liefen seit dem 25. April gegen einen österreichischen Staatsbürger und einen weiteren bislang nicht identifizierten Verdächtigen, teilte das Justizministerium in Wien mit.
Mit dem Dokumentarfilm »Sarajevo Safari« des slowenischen Regisseurs Miran Zupanic aus dem Jahr 2022 haben Recherchen zu mutmaßlichen Reisen von »Wochenend-Scharfschützen« in den Jahren 1993 bis 1995 zugenommen. Reiche Ausländer sollen während des Bosnienkriegs den damaligen bosnisch-serbischen Streitkräften hohe Summen gezahlt haben, um in Sarajevo einige Tage auf Zivilisten schießen zu können.
Die ehemalige Bürgermeisterin von Sarajevo, Benjamina Karic, erstattete nach der Ausstrahlung des Dokumentarfilms in Bosnien Anzeige. Die Staatsanwaltschaft in Sarajevo ermittelt wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen.










