Es ist Sonntagabend, als Donald Trump in die Tasten greift. „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird nichts mehr von ihnen übrig sein“ – Großbuchstaben, Ausrufezeichen, ein digitaler Faustschlag auf Truth Social. „DIE ZEIT DRÄNGT!“

Wenige Stunden später, zu Handelsbeginn am Montagmorgen, springt der Preis für Brent-Rohöl um fast zwei Prozent nach oben, auf rund 111 Dollar pro Barrel. WTI, die US-Referenzsorte, klettert auf etwa 108 US-Dollar. Die S&P-500-Futures rutschen um mehr als 0,6 Prozent ab, die Börsen in Tokio, Shanghai und Taipeh schließen tiefrot. Ein einziger Post, ein paar Zeilen Pathos – und Billionen an Marktwert geraten in Bewegung.

Es ist eine Szene, die alles über diesen Krieg erzählt: Die brüchige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran hält nur noch auf dem Papier, die Straße von Hormus – jene schmale Wasserstraße, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öls und Gases fließt – bleibt geschlossen.

Geopolitik

Die neue Weltkriegsordnung: Warum Europa den Iran-Krieg noch immer nicht verstanden hat