„Jeder, der nicht möchte – und ich gehöre natürlich dazu –, dass die AfD stark wird, der muss etwas dagegen tun.“ Es ist der Satz, mit dem Angela Merkel den politisch deutlichsten Moment ihres Auftritts auf der Digitalkonferenz re:publica 2026 setzt. Nachdem sie über Europa, Trump und Künstliche Intelligenz gesprochen hat, mobilisiert sie gegen den Erfolg der rechten Partei. Auf die Frage, wieso die AfD und die Linke ausgerechnet unter jungen Wählern beliebt sind, ringt sie überraschend nach Worten.

Die re:publica begann 2007 als Treffen von Bloggern und Netzaktivisten. Heute zählt sie zu den wichtigsten europäischen Foren für digitale Gesellschaftsfragen. In der Station Berliner diskutieren auch im Mai 2026 mehr als 1000 Sprecherinnen und Sprecher aus Politik, Wissenschaft, Medien und Tech-Szene.

Das Motto in diesem Jahr: „Never Gonna Give You Up“. Zum Auftakt läuft der gleichnamige Song von Rick Astley, das Publikum singt mit. re:publica-Mitgründer Andreas Gebhard spricht von einer Zeit voller „Hass und Hetze“, in der man „niemanden zurücklassen“ wolle. Kurz darauf folgt im voll besetzten Saal des WDR-Europaforums unter dem Titel „Trotz allem: Hoffnung Europa?“ mit Angela Merkel wohl der prominenteste Auftritt des Tages.