Die Wut bei Hertha BSC ist nach dem blamablen 1:6 zum Saisonabschluss bei Arminia Bielefeld gewaltig. Viele Anhänger haben einen Verantwortlichen ausgemacht: Trainer Stefan Leitl. Forderungen nach seiner Entlassung werden lauter, nach Abpfiff der Partie wurde sogar eine Online-Petition gestartet. Der Druck auf die Klubführung steigt – und bringt Hertha in eine schwierige Lage.
Denn so verständlich die Enttäuschung der Fans ist: Die Situation rund um Leitl ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Die verpassten Saisonziele und der enttäuschende Endspurt liefern durchaus Argumente für Kritik am Trainer. Aus den letzten Spielen holte die Mannschaft kaum Punkte, stattdessen reihten sich schwache Leistungen aneinander. Der sportliche Abstieg beim desaströsen Auftritt in Bielefeld im Saisonfinale hatte beinahe symptomatischen Charakter.
Trainer oder Spieler, wer hat bei Hertha versagt?
Gleichzeitig greift es zu kurz, die Verantwortung allein beim Coach zu suchen. Intern ist man sich darüber bewusst, dass vor allem die Mannschaft auf dem Platz versagt hat. Die Vorstellung in Bielefeld war ein kollektiver Einbruch. Entsprechend deutlich soll Leitl die Spieler in einer abschließenden Kabinenansprache am Montag vor der Sommerpause auf ihre Leistung angesprochen haben. Dass ein solcher Krisentermin nach einer ohnehin beendeten Saison notwendig wird, zeigt die Schieflage beim Hauptstadtklub.










