Die Einspar-Agenda des MDR klingt eher wie eine Amputation als ein Sanierungsplan. Drei Jahre Pause bei „Tatort“ und „Polizeiruf“. Die Produktion des „ARD-Mittagsmagazins“ wird abgegeben. „MDR Sputnik“ verliert UKW, „MDR um 2“ wird ins Streaming verbannt. Die offizielle Floskel der neuen Sparrunde lautet: „Priorisierung von Regionalität und digitaler Nutzung.“ Die Realität ist viel schlichter: Der MDR wird von einem Sparkorsett ins nächste gedrückt. Erst vor zwei Jahren wurde mächtig gekürzt, unter anderem beim Investigativen, beim kritischen Magazin „Umschau“ oder der Sendung „Sport im Osten“.

Gestrichen wurden unter anderem die Nachrichten der jungen Sender MDR Sputnik und JUMP sowie lange Reportagen bei MDR Aktuell und das TV-Regionalmagazin „MDR um 11“. Bis Ende 2028 sollen rund 300 Stellen abgebaut werden. Gespräche mit freien Mitarbeitern zur Reduzierung ihres Auftragsvolumens laufen bereits. Ein leitender Redakteur drückt es gegenüber dieser Zeitung so aus: „In meiner Redaktion gibt es kaum noch was zu kürzen.“ Auch die Gewerkschaft ver.di findet deutliche Worte: „Ein solcher Kahlschlag ist weder eine Zukunftsstrategie noch ein Zeichen für den Erhalt von Medienvielfalt und unabhängigem Journalismus in Ostdeutschland“.