Drei Tage nach dem Ende der Bundesligasaison wirkte Dirk Zingler am Dienstag entspannt und zufrieden. Wobei diese Rechnung aus Sicht des Präsidenten des 1. FC Union Berlin nur bedingt korrekt ist. Denn auch die Frauen des Vereins beendeten am Sonntag – erstmals in der Vereinsgeschichte als Bundesligist – ihre Spielzeit. Damit lagen zwischen Mitgliederversammlung und Saisonende der Profiteams eben nur zwei Tage.

Was wie eine Randnotiz erscheinen mag, ist für Zingler von grundsätzlicher Bedeutung. Mit Nachdruck machte er sowohl vor den Vereinsmitgliedern am Abend als auch zuvor im Gespräch mit Berliner Medienvertretern deutlich: Union versteht sich längst nicht mehr nur über den Männerfußball.

Bei Union gibt es auch erfolgreichen Frauenfußball

Noch jedoch spiegelt sich dieser Anspruch nicht überall wider. Zingler beobachtet, dass nach Niederlagen der Männermannschaft weiterhin vorschnell von einer schlechten Verfassung des gesamten Vereins gesprochen werde – selbst dann, wenn die Frauen parallel erfolgreich seien. „Die Sprache verändert sich nicht“, sagte der Präsident und formulierte zugleich seinen Anspruch: „Union ist nicht nur Männer-, sondern auch Frauenfußball.“

Bis dieser Gedanke überall verankert ist, bleibt aber auch intern noch Arbeit. In Zinglers Analyse der abgelaufenen Saison dominierte naturgemäß weiterhin das Abschneiden des Männerteams. Nach drei Jahren außergewöhnlichen Erfolgs, in denen Union alle europäischen Wettbewerbe erreichte und damit laut Zingler „überperformte“, hat sich die Mannschaft inzwischen wieder auf ein Niveau eingependelt, das den eigenen Erwartungen entspricht. Auf neun Siege in der Saison 2023/24 folgten in der nun abgelaufenen Spielzeit zum zweiten Mal hintereinander zehn Erfolge – bei allerdings diesmal 15 statt in der Vorsaison 14 Niederlagen.