Im neu aufgerollten Prozess um den Tod des argentinischen Fußballidols Diego Maradona hat seine Tochter Jana schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Leibarzt ihres Vaters erhoben. Die 30-Jährige sagte am Dienstag vor Gericht, der Neurochirurg Leopoldo Luque habe die Familie dazu gedrängt, Maradona nach seiner Hirn-Operation im November 2020 zu Hause pflegen zu lassen.Der Direktor des Krankenhauses, in dem der Ex-Fußballer operiert worden war, habe dazu geraten, ihn in einer Rehaklinik unterzubringen, sagte Jana Maradona. Luque habe dies aber als „verrückte Option“ dargestellt und betont, dass ihr Vater dies ablehne und die Klinik seinen Aufenthalt für Werbezwecke nutzen werde. Stattdessen habe er eine häusliche Pflege als „beste Option“ dargestellt und versichert, Maradona würde „rund um die Uhr betreut, wie in einer Klinik, aber angenehmer für meinen Vater“. Ihre Familie habe schließlich zugestimmt, sagte Jana Maradona unter Tränen vor Gericht. „Luque war ein Arzt, dem mein Vater vertraute.“ San Isidro, Argentinien, im März 2025: Fans des verstorbenen Fußballstars Diego Maradona halten ein Transparent mit der Aufschrift „Gerechtigkeit für Gott“ vor dem Gericht. © dpa/Natacha Pisarenko Luque ist einer der Hauptangeklagten eines siebenköpfigen Teams aus Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern, das sich wegen Maradonas Tod vor Gericht verantworten muss. Der Mediziner beteuert seine Unschuld.Maradona war am 25. November 2020 zwei Wochen nach seiner Hirn-Operation im Alter von 60 Jahren gestorben. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungenödem. Dem medizinischen Team, das den Fußballstar in einem von ihm angemieteten Haus betreut hatte, wird grobe Nachlässigkeit bei Maradonas Behandlung vorgeworfen.Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Ihre Verteidiger beharren darauf, dass Maradona, der jahrelang alkohol- und kokainabhängig war, eines natürlichen Todes gestorben sei.Im Mai vergangenen Jahres war ein erster Prozess nach zweieinhalb Monaten Verhandlung mit vielen Zeugenaussagen geplatzt. Hintergrund war ein Skandal um die Richterin Julieta Makintach, die sich nach Befangenheitsvorwürfen zurückziehen musste. Im neu aufgerollten Verfahren in San Isidro nahe der Hauptstadt Buenos Aires sollen etwa 120 Zeugen befragt werden. Der Prozess soll bis Juli dauern. (AFP)
Neuer Prozess um Tod von Fußball-Legende: Maradona-Tochter erhebt schwere Vorwürfe gegen früheren Leibarzt
Vor fünfeinhalb Jahren starb Argentiniens Fußballidol. Nun wird erneut vor Gericht darüber gestritten, ob Diego Maradonas Tod hätte verhindert werden können.










