In Hamburg sind außergewöhnliche journalistische Leistungen mit dem renommierten Stern-Preis ausgezeichnet worden. Geehrt wurden Arbeiten aus sämtlichen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr durch in den Augen der Jury relevante Themen, gründliche Recherche und beeindruckende Erzählweise neue Maßstäbe gesetzt haben. Die Auszeichnung gibt es in fünf Kategorien: „Dokumentation“, „Lokal“, „Fotogeschichte des Jahres“, „Investigation“ sowie den „Egon Erwin Kisch-Preis“ für die geschriebene Reportage.In der Kategorie „Dokumentation“ gewann Katrin Wegner mit ihrer Serie „Akutstation Psychiatrie“ (ARD-Mediathek). Mehrere Wochen verbrachte die Autorin in einer psychiatrischen Klinik in Hessen, oft bis zu zehn Stunden am Tag. „Sie taucht ab in Beobachtungen und lange Gespräche, allein, ohne Kamerateam“, heißt es in der Begründung der Jury. So sei ihr „eine Nahaufnahme von seltener Eindringlichkeit“ gelungen.Journalist Erik Westermann gewann in der Kategorie „Lokal“ mit einer Recherche für die Braunschweiger Zeitung in Kooperation mit dem Spiegel zu einem großen Missbrauchsprozess, der sich als Justizirrtum entpuppte. Westermann habe sich „vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter“ gewandelt und auch seine eigene Rolle hinterfragt, begründete die Jury.Die „Fotogeschichte des Jahres“ gelang Fotograf Emile Ducke mit einer Reise quer durch Syrien: In „Die Schatten des Sieges“, erschienen in der Zeit, fing er laut Jury „in diesem vom Bürgerkrieg zerstörten Staat den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und Brutalität“ ein.Mit ihrer Serie „Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“ (ARD Mediathek) führte auch Nicole Rosenbach, die Preisträgerin in der Kategorie „Investigation“, die Jury in die Welt der Psychiatrie. Ihr Bericht über den stark umstrittenen Arzt bringe Licht „in ein sonst verschlossenes System, dem vor allem Kinder im System der psychiatrischen Jugendhilfe ausgesetzt sind“, hieß es.Für seine geschriebene Reportage „Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter“ ist der Journalist Philipp Daum von der Zeit mit dem Egon Erwin Kisch-Preis für Textreportagen ausgezeichnet worden. Neun Tage lang begleitete Daum als Betreuer ein Abenteuercamp für Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Die Jugendlichen wissen, dass er seine Erlebnisse und ihre Geschichten mitschreibt. Er erwirbt ihr Vertrauen und wahrt dennoch Distanz.“Der Preis wird vom Magazin Stern gestiftet, unabhängige Jurymitglieder entscheiden. Die Zeitschrift zählte früher zum Verlagshaus Gruner + Jahr und inzwischen zu RTL Deutschland.Die Auszeichnung Stern-Preis heißt traditionell eigentlich Nannen Preis. Er ist einer der wichtigsten Journalistenpreise in Deutschland. Wegen noch laufender Forschung rund um die Vergangenheit des Stern-Pioniers Henri Nannen im Nationalsozialismus wurde er zum vierten Mal als Stern-Preis vergeben.
"Stern"-Preis 2026: Das sind die Gewinner des Journalisten-Preises
In Hamburg wurden herausragende journalistische Arbeiten mit dem Stern-Preis geehrt, darunter Berichte zu Psychiatrie, einem Justizirrtum und Kindern von Häftlingen.









