Putin fährt nach Peking, und der Krieg kommt nach Moskau. In den vergangenen Tagen schickten ukrainische Streitkräfte Hunderte Drohnen auf das Moskauer Umland und die Hauptstadt selbst. Drei Menschen starben, ein Mann wurde schwer verletzt. Die Ukraine reagierte damit auf die schweren Angriffe Russlands auf Wohnhäuser in ukrainischen Großstädten. Nun fliegen umgekehrt Drohnen über Moskauer Wohnblöcken. Ukrainische Abstandswaffen treffen Häfen, Raffinerien und Öllager im ganzen Land.

Die Ukraine widerlegt eindrucksvoll Wladimir Putins Erzählung der vergangenen viereinhalb Jahre: »Ich führe da in der Ukraine eine kleine Spezialoperation durch – und ihr geht in Ruhe zur Arbeit, sitzt nach Feierabend im Straßencafé und erholt euch auf der Krim.« Doch diese Erzählung greift nicht mehr. In Russland verbreitet sich Krisenstimmung. Trotzdem hat Putin heute ein Flugzeug mit der Aufschrift »Rossija« bestiegen und ist zu einem seiner regelmäßigen Besuche bei Xi Jinping nach Peking geflogen. Manche fragen schon, ob das nun der beste Zeitpunkt dafür ist. Wie passt Putins Reise zu der veränderten Lage in Moskau?