Russland meldet großen ukrainischen AngriffDie russischen Streitkräfte haben in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums im ganzen Land insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Angaben aus Moskau konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten russische Behördenvertreter im Raum Moskau und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim von Drohnenangriffen berichtet. Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten. Bei ukrainischen Angriffen auf die Region Moskau seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, schrieb der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, auf Telegram. Mehrere Häuser und Wohnungen seien beschädigt worden und in Brand geraten. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte auf Telegram mit, in der Hauptstadt seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Auf den Hauptstadt-Flughäfen gab es zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr. Schäden wurden auch aus der russisch besetzten Marinestadt Sewastopol auf der Krim gemeldet. Fabian DrahmouneMutmaßlich ukrainische Drohne in Litauen abgestürztIn Litauen ist nach Behördenangaben eine vermutlich ukrainische Drohne abgestürzt. Das Flugobjekt sei nahe der ostlitauischen Stadt Utena zu Boden gegangen und nicht explodiert, teilten die Behörden am Sonntag mit. Verletzt wurde demnach niemand.Der Leiter des litauischen Krisenzentrums, Vilmantas Vitkauskas, sagte vor Journalisten, die Drohne sei "sehr wahrscheinlich" ukrainisch gewesen. Weitere Angaben zu dem Vorfall wurden zunächst nicht gemacht.Fabian DrahmouneUkraine: Verletzte bei russischen Angriffen auf Odessa und DniproRussland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt. In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen elfjährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.Beim Angriff auf Odessa am Schwarzen Meer beschädigten Drohnen außerdem einen Hörsaal einer Hochschule sowie einen Kindergarten, wie der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf der Plattform Telegram schrieb. In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro geriet durch den Angriff das Dach eines 24-stöckigen Hochhauses in Brand, wie der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mitteilte. Zudem sei ein Lager getroffen worden und in Brand geraten, in dem Pyrotechnik gelagert worden sei. Aus der ganzen Stadt seien weitere Brände gemeldet worden. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden. Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein Team der internationalen Atombehörde IAEA ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern. Selenskyj bestätigt ukrainischen Drohnenangriff auf Oblast Moskau Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gegenschläge mit Drohnen gegen Moskau und die Hauptstadtregion als „völlig gerechtfertigt“ bezeichnet. Es handele sich um die Reaktion des Landes auf den andauernden russischen Angriffskrieg, teilte der Staatschef bei Telegram mit. Er veröffentlichte auch ein Video mit einer großen Rauchwolke in der Ferne – als angeblichen Beweis für die folgenreichen Angriffe nahe Moskau. „Die Konzentration der russischen Luftabwehr in der Region Moskau ist am größten. Aber wir überwinden sie“, sagte Selenskyj. Die ukrainischen weitreichenden Drohnen hätten Ziele in 500 Kilometer Entfernung von der Staatsgrenze der Ukraine erreicht. „Wir sagen den Russen ganz klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden“, sagte er weiter. „Die ukrainischen Hersteller von Drohnen und Raketen setzen ihre Arbeit fort.“ Irem YildirimSelenskyj: Moskau bekommt immer noch westliche Elektronik Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau gefordert. „Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können.“ Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. „Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben“, sagte der ukrainische Präsident.Wegen der militärischen Nutzung ist der Export von Elektronikbauteilen nach Russland verboten, solche Teile werden aber oft über Drittstaaten geschickt. Russische Truppen nehmen zwei ukrainische Dörfer einDie russischen Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Dörfer in der ukrainischen Region Charkiw unter ihre Kontrolle gebracht. Es handele sich um die Ortschaften Borowa und Kutkiwka, meldete die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium.Kiew erhält mehr als 500 sterbliche Überreste von Gefallenen zurückDie Ukraine hat nach Angaben aus Kiew abermals Hunderte Soldatenleichen von Russland zurückerhalten. Die sterblichen Überreste von 528 Gefallenen, bei denen es sich nach Angaben der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der ukrainische Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Vermittelt habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Allerdings hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Vortag gemeldet, dass auch Soldatenleichen ausgetauscht werden sollen. Moskau gebe 526 tote ukrainische Soldaten zurück und bekomme 41 russische Leichen, hieß es unter Berufung auf Quellen. Die Zahl toter Ukrainer ist bei solchen Austauschen in den vergangenen Jahren immer deutlich höher gewesen. Als Grund gilt, dass die russische Armee ständig vorgerückt ist und die abziehende ukrainische Armee ihre Toten oft nicht bergen konnte.Am Vortag hatte ein großer Gefangenenaustausch zwischen Moskau und Kiew begonnen. Der Austausch von insgesamt 1000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung über eine Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, die US-Präsident Donald Trump vermittelt hatte. Die Waffenruhe schützte vor allem die Militärparade zum russischen Weltkriegsgedenken am 9. Mai.Kreml: Putin reist am Dienstag nach ChinaRusslands Machthaber Wladimir Putin reist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch nach China. Der russische Staatschef werde mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping erörtern, wie die „umfassende Partnerschaft und strategische Zusammenarbeit“ zwischen Moskau und Peking „weiter gestärkt“ werden könne, erklärte der Kreml am Samstag. Putins Reise erfolgt wenige Tage nach einem Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in China.Lena SpilgerNeun Verletzte in Belgorod nach ukrainischem DrohnenangriffNeun Menschen sind im westrussischen Belgorod nach Behördenangaben durch den Einschlag einer ukrainischen Drohne in einem Wohnhaus verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein dreijähriges Mädchen, teilte der Krisenstab der Region bei Telegram mit. Den vom Stab veröffentlichten Bildern zufolge wurde ein zehnstöckiger Wohnblock getroffen, die Fassade und etliche Balkons beschädigt. Lena SpilgerSelenskyj kündigt weitere Drohnenangriffe auf Russland anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt. Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskyj mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. „Wir setzen die Operation fort“, fügte er hinzu.Russische Wirtschaft schrumpftDie russische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent geschrumpft. Das teilte die russische Statistikbehörde Rosstat am Freitag mit. Der erste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in einem Quartal seit drei Jahren erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Ukrainekrieg und der Sanktionen gegen Moskau. Im ersten Quartal 2025 war das BIP laut Rosstat um 1,4 Prozent gestiegen.Für das gesamte Jahr 2026 hatte Russland seine Wachstumsprognose erst vor wenigen Tagen von bislang 1,3 Prozent auf 0,4 Prozent stark abgesenkt. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Freitag aber, nach einem Rückgang des BIP im Januar und Februar habe die Wirtschaft im März wieder angefangen zu wachsen.Der Krieg gegen die Ukraine hatte das russische Wirtschaftswachstum zunächst beflügelt, weil die Regierung in großem Maße Geld für Rüstung ausgab. Das führte aber auch zu einer gestiegenen Inflation und zu einem Arbeitskräftemangel in nicht-militärischen Sektoren. Im Kampf gegen die Inflation setzt die russische Zentralbank auf höhere Leitzinsen – das schadet aber den Unternehmen des Landes. Zuletzt hat Russland von gestiegenen Erdölpreisen im Zuge des Irankriegs profitieren können. Allerdings setzt die Ukraine dem Sektor mit Angriffen auf russische Erdölanlagen stark zu.Slowakei prüft direkten Kauf von russischem ÖlDie Slowakei prüft eigenen Angaben zufolge Möglichkeiten, russisches Öl künftig direkt zu beziehen. Derzeit wickelt der ungarische Energiekonzern Mol die Käufe ab, wie Ministerpräsident Robert Fico erklärt. Eine Option sei, dass der staatliche Pipeline-Betreiber Transpetrol als Käufer auftrete. „Ich denke, es ist keine schlechte Idee, wenn die Slowakische Republik Vertragspartner der Russischen Föderation wird“, sagt Fico. Die Slowakei und Ungarn sind von den EU-Beschränkungen für russische Ölimporte ausgenommen. Von Mol lag zunächst keine Stellungnahme vor. Fast 800 tote ukrainische Kinder seit Kriegsbeginn Nach Angaben der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ sind bislang mehr als 3.500 Kinder dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine zum Opfer gefallen. Davon seien 791 Kinder getötet und 2.752 verletzt worden, wie die Organisation am Freitag in Berlin mitteilte. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 seien 294 Kinder betroffen gewesen.Im vergangenen Jahr seien Angriffe auf zivile Gebiete eskaliert, erklärte Sonia Kush, Landesdirektorin von „Save the Children“ in der Ukraine. Dies deute auf eine „grobe Missachtung von Kindern und ihren Rechten“ hin. Die getöteten oder verletzten Kinder seien eine „eindringliche Mahnung an die verheerenden menschlichen Kosten dieses Krieges“.„Save the Children“ beruft sich bei den Zahlen auf einen UN-Bericht. Insgesamt seien laut UN seit Kriegsbeginn 15.850 Zivilistinnen und Zivilisten getötet und 44.809 weitere verletzt worden. Russland meldet ukrainische Angriffe auf Rjasan und weitere RegionenBei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens vier Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die Ukraine bestätigte den Angriff am Vormittag.Bei dem Industriebetrieb handelte es sich um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden, ist etwa auf Telegramkanälen zu lesen. Dass die Raffinerie getroffen wurde, teilte auch die Ukraine mit.Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Von ukrainischer Seite heißt es, 23 Ziele seien getroffen worden. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Ukraine meldet russische Angriffe auf Odessa und Dnipro | FAZ
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