Rund dreieinhalb Jahre nach der milliardenschweren Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper während der Gaskrise beginnt die Bundesregierung mit dem Wiederverkauf des Unternehmens. Dabei prüft der Bund neben einem Verkauf auch einen Börsengang, wie aus einer in der »Financial Times« veröffentlichten Verkaufsanzeige hervorgeht. Eine endgültige Entscheidung über Umfang, Zeitpunkt oder Form einer möglichen Transaktion ist aber noch nicht gefallen.
Uniper zählt bei Stromerzeugung und Gashandel zu den größten Energieunternehmen Europas. Zu seinen Kunden zählen rund 1000 Stadtwerke und Industrieunternehmen. In Deutschland ist das Unternehmen auch größter Betreiber von Gasspeichern. Über den geplanten Wiederverkauf hatte zunächst die »Süddeutsche Zeitung« berichtet.Bund will mehrere Milliarden Euro einnehmenAls größter deutscher Gasimporteur war das Unternehmen 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Deutschland rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde quasi Alleineigentümer.
Die EU hatte die Beihilfen damals unter vielen Auflagen erlaubt. Eine davon ist, dass Deutschland seine Beteiligung bis spätestens Ende 2028 wieder auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren muss. Es wird damit gerechnet, dass der Bund durch den Verkauf der Mehrheit mehrere Milliarden Euro erlösen wird.Der Bund ist für einen Verkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an Investoren offen, infrage kommen aber auch ein Börsengang sowie eine Kombination aus beidem. Mögliche Abschlüsse sind bis November geplant. Parallel dazu wird an einem Börsengang im Januar 2027 gearbeitet.










