Das traurigste Display seit Langem, hieß es hier vor Kurzem im Fahrbericht des Audi Q3, gemeint war das Fahrerdisplay vor dem Lenkrad. Wir waren neugierig und haben einen intensiven Blick aufs Infotainment geworfen, das zur Serienausstattung gehört. Der Basispreis des Fahrzeugs beträgt in der günstigsten Modellvariante 44.600 Euro. Ein Pro-Paket mit Head-up-Display, USB-Anschlüssen mit erhöhter Ladeleistung und Sonos-Musikanlage kostet einen Aufpreis von 1700 Euro.Beim ersten Platz Nehmen fallen uns einige Neuerungen auf: Die Anzeigen sind im Vergleich mit dem alten Q3 größer geworden, das Kombiinstrument misst 11,9 Zoll in der Diagonale und geht nahtlos in den zweiten Bordmonitor über, der 12,8 Zoll misst. Die Displaylandschaft wirkt üppig und groß, hat aber riesige schwarze Ränder.Was links und rechts der Route liegtNach dem Anlassen des Motors sieht man sofort den wohl größten Nachteil des Fahrerdisplays: Es ist sehr flach, was bei der Anzeige von digitalem Tachometer und Drehzahlmesser nicht stört, wohl aber, wenn man die Kartendarstellung für die Navigation wählt. Hier sieht man viel von dem, was links oder rechts der Route liegt und wenig von der vorausliegenden Strecke. Oh, je!Die junge Liebe zur Mobilität: Der neue Audi Q3AudiAuch das Head-up-Display leidet unter der Knausrigkeit. Es ist ebenfalls viel zu flach und könnte die Inhalte auf eine größere Fläche projizieren. Ein kleines Extra in ausgewählten Städten ist die Einblendung der Restsekunden einer roten Ampel, sofern diese vernetzt ist.Die zweite große Neuerung ist eine Querspange vor dem Lenkrad, die auf der linken Seite für den Blinker sowie Licht und Scheibenwischer zuständig ist und auf der rechten als Gangwahlhebel dient. So entsteht mehr Platz in der Mittelkonsole. Aber man muss sich an die unkonventionelle Bedienung zunächst gewöhnen.Feine Finessen der LinienführungAuf dem Bordmonitor fällt den Freunden des Hauses auf, dass Symbole und Schaltflächen etwas feiner gezeichnet sind. Wie es derzeit Mode ist, gibt es nur noch wenige Tasten, der Finger muss stets zum Monitor. An dessen Unterseite sind virtuelle Bedienelemente für die Klimatisierung fest platziert, links sind ebenfalls fest angepinnt die Wege in die wichtigsten Menüs für Navigation, Fahrzeugeinstellungen und so weiter. Das Menüdesign wurde überarbeitet: Statt der kleinteiligen Symbole der Vorgängergeneration dominieren nun übersichtliche, leicht erfassbare Bedienelemente. Die Menüführung wurde gestrafft, die Hierarchien vereinfacht. Ein Designfehler sind die vier kleinen Rechtecke an der Oberseite des Displays. Sie deuten an, dass man nach links und rechts wischen kann, was indes nicht der Fall ist.Arbeitet jetzt schnell: Der Unterbau ist Android Automotive.AudiWie im Audi A5 und A6 ist Android Automotive der Unterbau, also dieselbe Plattform, die auch bei Mercedes-Benz, Volvo oder Polestar zum Einsatz kommt. Sie arbeitet stabiler als die bisherige Technik der Ingolstädter und weist eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit auf. Das Scrollen durch Menüs, das Zoomen in Karten und der Wechsel zwischen Anwendungen erfolgen nahezu ohne Verzögerung oder Ruckler, ein Gewinn gegenüber dem Vorgänger. Android Automotive ermöglicht zudem den Zugriff auf einen integrierten App Store, über den zusätzliche Funktionen und Apps zu erwerben sind. Auch der Sprachassistent steht nahezu sofort nach dem Einschalten der Zündung bereit, hat aber die Marotte, sich mit woker Geschwätzigkeit anzubiedern: „Hey, wie kann ich dir helfen?“Die in unserem Fahrzeug verbaute Sonos-Anlage verwendet zwölf Lautsprecher, darunter einen Center-Speaker und einen Subwoofer. Der Verstärker liefert mit 420 Watt Ausgangsleistung zu. Es gibt einige vorkonfigurierte Klangprofile, und erstmals kann man auch für die HiFi-Anlage weitere Funktionen dazukaufen. Nach unseren Höreindrücken ist die Sonos-Anlage eher auf Rock & Pop als auf anspruchsvolle Klassik abgestimmt. Insgesamt ist der große Pluspunkt des neuen Q3-Infotainments sein leistungsfähigerer und schnellerer Unterbau. Man erhält einen schönen großen Bordmonitor mitsamt Navigation und Echtzeit-Verkehrsdaten serienmäßig. An das kleine Head-up-Display und die flache Cockpitanzeige mag man sich dann gewöhnen, wenn die großen und wichtigen Extras von Hause aus schon an Bord sind.
Im Test: Infotainment des neuen Audi Q3
Das Infotainment im Audi Q3 bringt zahlreiche Neuerungen: Das Cockpit wird flach, es gibt ein neues Bedienelement, die Querspange, und der technische Unterbau gewinnt durch Google.








