Von Scott‑Vincent Borba lässt sich eines lernen: Es ist nie zu spät, noch einmal etwas Neues anzufangen. Der zweiundfünfzigjährige Amerikaner – und frühere Multimillionär – lässt sich am 23. Mai zum katholischen Priester weihen.Absehbar war dieser Lebensweg für ihn nicht: Borba ist gelernter Kosmetiker und arbeitete erfolgreich für Konzerne wie Procter & Gamble und Shiseido. Im Jahr 2004 gründete er gemeinsam mit einem Partner das Kosmetikunternehmen „e.l.f. cosmetics“.Scott‑Vincent Borbastpatrickssem/InstagramDie Kosmetiklinie gilt als eine der am schnellsten wachsenden Kosmetikmarken der Welt. Beliebt ist sie vor allem bei der jüngeren Generation wegen ihres niedrigen Preises und weil sie ohne Tierversuche auskommt. Für viele Produkte wird in den sozialen Medien geworben. In Deutschland gibt es die Marke in großen Drogeriemärkten wie Rossmann.Borba und sein Mitgründer erreichten nach eigenen Angaben durch ihren unternehmerischen Erfolg ein Multimillionen‑Dollar‑Vermögen – und ein Leben im Wohlstand: „Wir haben mit Leuten wie Paris Hilton rumgehangen, mit den Kardashians gefeiert und einfach das Hollywood‑Leben in vollen Zügen genossen“, sagte er amerikanischen Medien. Er sei ein Aushängeschild für das luxuriöse Leben gewesen. „Ich war in keiner Weise bescheiden. Ich war sehr stolz.“Nur glücklich, das war er irgendwann nicht mehr. „Ich habe unseren Herrn gebeten, mir zu helfen, der Mann zu sein, zu dem er mich geschaffen hat“, sagt er. Daraufhin begann Borba die Priesterausbildung – und gab damit nicht nur seine Karriere als erfolgreicher Unternehmer auf, sondern auch sein gesamtes Vermögen, das er für wohltätige Zwecke spendete. Heute, sagt Borba, lebe er in einem kleinen Zimmer, seine Besitztümer seien auf das Minimum reduziert.
Priestertum: Von Reichtum zu Reliquien
Scott‑Vincent Borba war Kosmetikmogul und Multimillionär. Jetzt will er Priester werden.









