Deutschland beteiligt sich an einem neuen europäischen Großprojekt zur Förderung von Fusionstechnologien. Mit dem Beitritt zum neuen „Wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse“ (Important Project of Common European Interest, IPCEI) für innovative Kerntechnologien will die Bundesregierung den Aufbau eines europäischen Fusionsökosystems vorantreiben und die Entwicklung eines ersten Fusionskraftwerks beschleunigen.

Erstes Fusionskraftwerk in Deutschland?

Das Projekt soll Forschungseinrichtungen, Startups, Mittelstand und Industrie zusammenbringen – von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung. Das IPCEI solle die europäische Zusammenarbeit beflügeln und mehr Spielraum für staatliche Förderung schaffen, so das Bundeswirtschaftministerium.

Die Bundesregierung betrachtet die Kernfusion zunehmend als strategische Zukunftstechnologie. Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) unterstrich das Ziel, das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland zu bauen. Mit der Hightech-Agenda und dem Aktionsplan Fusion seien die Voraussetzungen für ein industrielles und wissenschaftliches Ökosystem bereits gelegt.

Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte den industriepolitischen Charakter des Vorhabens. Fusion sei kein fernes Zukunftsprojekt mehr, sondern eine strategische Aufgabe für Europa. Entscheidend sei nun, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen und skalierbare Produktion zu überführen. Das IPCEI werde dafür Unternehmen, Forschungseinrichtungen und junge Technologiefirmen enger verzahnen.