KommentarGoogle verdrängt Nvidia: Der KI-Pionier stürmt die Börse – ein wohlverdienter Preis für langjährige InnovationDer Google-Mutterkonzern ist daran, den bisherigen Überflieger des KI-Zeitalters, Nvidia, einzuholen. Das kommt nicht von ungefähr. Der Tech-Konzern hat die Erfolgsgeschichte der künstlichen Intelligenz mit bahnbrechenden Erfindungen erst ermöglicht.08.05.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenAlle gängigen KI-Chatbots bauen auf Erfindungen von Google-Forschern.Leon Neal / GettyDer Google-Mutterkonzern Alphabet erfreut sich zurzeit grossen Zuspruchs an der Börse. Die Aktie steigt und steigt, und der Börsenwert nähert sich unentwegt dem des übermächtigen Chipdesigners Nvidia. Dieser hatte noch im Oktober dank seinen begehrten KI-Chips als erstes Unternehmen in der Geschichte die 5-Billionen-Dollar-Marke an der Börse geknackt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Hinter der gegenwärtigen Google-Euphorie steckt die Annahme der Anleger, dass der Suchmaschinenbetreiber zum grossen Gewinner des KI-Goldrausches werden könnte. Googles langjährige Pionierrolle in der Entwicklung der Technologie wird so von einem verdienten Triumph gekrönt.Denn der KI-Boom hat kaum einer anderen Firma so viel zu verdanken. Obwohl Open AI mit Chat-GPT die künstliche Intelligenz zum globalen Phänomen machte, wäre die Technologie dahinter – generative KI – ohne Erfindungen aus dem Hause Google undenkbar.Chat-GPT und Deepseek sind auch Google zu verdankenGoogle erfand die sogenannte Transformer-Technologie, auf der KI-Modelle wie Chat-GPT, Gemini und Claude basieren. Der Durchbruch bestand darin, Chatbots mit der Fähigkeit auszustatten, Wörter in ihrem Kontext zu verstehen. Schliesslich hängt die Bedeutung eines Wortes wie «Absatz» davon ab, ob von einem Text, einem Schuh oder den Verkaufszahlen einer Firma die Rede ist. Dank der Transformer-Technologie klingen Chatbots heute menschenähnlicher und generieren täuschend echte Bilder und Videos. Die gesamte KI-Branche muss den acht Google-Forschern dankbar sein, die ihre Erfindung im Jahr 2017 veröffentlichten und damit jedermann zugänglich machten.Im selben Jahr ersannen Google-Forscher auch einen Trick, um die künstlichen Gehirne hinter KI-Bots effizienter zu machen. Statt immer das gesamte Gehirn arbeiten zu lassen, warum nicht jede Aufgabe nur von «Experten» in spezialisierten Regionen des Gehirns erledigen lassen? Es war diese Arbeitsaufteilung, die die chinesische Firma Deepseek auf die Spitze trieb, um ihre besonders schlanke KI zu bauen. Auch diese Neuerung schenkte Google der Welt.Das richtige Know-how zum richtigen Zeitpunkt eingekauftDiese beachtlichen Errungenschaften sind bei Google zudem auf ein breit abgestütztes Geschäftsmodell getroffen. Der Tech-Gigant profitiert vor allem von seiner enormen Reichweite – zehn Google-Apps, von der Suchmaschine und Gmail über Maps zu Youtube, erreichen jeweils mehr als eine Milliarde Menschen. Diese dienen als Datenlieferanten und Nutzer der Google-KI zugleich – eine Konstellation, die Google einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft.Heutzutage baut die KI-Forschung bei Google zu einem grossen Teil auf das Fachwissen eines ehemaligen Londoner Startups: Deepmind. Google erwarb die damals knapp 100 Personen starke Firma im Jahr 2014 für rund 500 Millionen Dollar – ein im Rückblick genialer Entscheid. Deepmind hat nicht nur Googles Chatbot endlich zu einem ernsthaften Konkurrenten von Chat-GPT gemacht. Es hat künstliche Intelligenz auch in den Naturwissenschaften zum grossen Hoffnungsträger werden lassen. Bestes Beispiel: Das von Deepmind entwickelte KI-Modell Alphafold hat die biologische Forschung revolutioniert und der Firma zwei Nobelpreisträger beschert.Zur Reichweite kommt noch Googles Autarkie in Sachen Infrastruktur – ein Schwachpunkt von Mitbewerbern wie Open AI und Anthropic. Google hat längst ein eigenes Cloud-Geschäft aufgebaut, das nun in Zeiten rasant wachsender Nachfrage nach Rechenleistung floriert. Und es entwickelt auch eigene KI-Chips, die auf die optimale Bereitstellung der Google-KI Gemini zugeschnitten sind. Der Konzern verkauft diese Prozessoren jetzt auch für Milliarden an andere führende KI-Firmen wie Anthropic und gräbt damit an der Vormachtstellung von Nvidia.Für die Zukunft ist Google also bestens aufgestellt. Und der Tech-Riese hat dafür vor allem sich selbst zu danken. Der Spitzenplatz an der Börse ist die Belohnung des Marktes für Googles Weitblick als Wegbereiter der KI-Ära.Passend zum Artikel
Google greift Nvidia an: Der KI-Pionier triumphiert an der Börse
Der Google-Mutterkonzern ist daran, den bisherigen Überflieger des KI-Zeitalters, Nvidia, einzuholen. Das kommt nicht von ungefähr. Der Tech-Konzern hat die Erfolgsgeschichte der künstlichen Intelligenz mit bahnbrechenden Erfindungen erst ermöglicht.






