PfadnavigationHomePolitikAuslandNorditalienische Stadt ModenaAcht Verletzte nach Autofahrt in Menschengruppe – Bürgermeister warnt vor Spaltung und HassStand: 14:27 UhrLesedauer: 3 MinutenIn der norditalienischen Stadt Modena ist ein Autofahrer in eine Menschengruppe gefahren. Unter den acht verletzten Menschen befindet sich auch eine deutsche Touristin. Der Fahrer wollte mit einem Messer flüchten, konnte jedoch überwältigt werden.In der norditalienischen Stadt Modena ist ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Fußgängern gefahren. Acht Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch eine deutsche Touristin.Unter den Schwerverletzten nach dem Vorfall mit einem Auto in der norditalienischen Stadt Modena ist auch eine deutsche Touristin. Dies sagte der Bürgermeister der Stadt, Massimo Mezzetti, nach einer Lagebesprechung vor Journalisten. Insgesamt gibt es demnach acht Verletzte, vier davon schwer. Eine weitere schwer verletzte Person stamme aus Polen, sagte Mezzetti weiter. Einer Frau mussten beide Beine amputiert werden. Am Samstag war in Modena ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Fußgängern gerast. In der Altstadt fuhr der etwa 30 Jahre alte Mann nach den Worten von Mezzetti mit hoher Geschwindigkeit auf den Fußgängerweg und erfasste eine Gruppe von Passanten. Er versuchte danach zu fliehen und verließ das Auto mit einem Messer in der Hand, berichteten mehrere Augenzeugen.Mehrere Passanten verfolgten den Mann und konnten ihn daraufhin überwältigen. Er wurde festgenommen und von der Polizei befragt. Die Hintergründe des Vorfalls sind bisher unklar. Seine Wohnung wurde Medienberichten zufolge durchsucht. Die Nachrichtenagentur Adnkronos meldete, er sei in der Vergangenheit psychiatrisch behandelt worden.Ein Augenzeuge sagte im italienischen Fernsehen, das Auto sei mit hoher Geschwindigkeit in die am Wochenende sehr belebte Straße Emilia Centro gerast. „Das Auto kam auf mich zu, und ich schaffte es, mich auf den Boden zu werfen“, sagte der Mann, dessen Kopf blutüberströmt war. Lesen Sie auchAuf Aufnahmen von Sicherheitskameras in der Gegend war zu sehen, wie der Kleinwagen mehrere Menschen erfasst hat und wie diese regelrecht durch die Luft geschleudert werden. Eine Frau sei am Ende gegen ein Schaufenster gedrückt worden, wo die Fahrt endete.Nachdem das Auto zum Stehen kam, habe der Zeuge den flüchtigen Fahrer mit anderen Passanten verfolgt. „Er zog ein Messer, versetzte mir einen Stich an den Kopf und einen weiteren in Richtung Herz, den ich jedoch abwehren konnte“, fuhr der Zeuge fort. Der Autofahrer wurde festgenommen und von der Polizei verhört. Es sei noch unklar, ob es sich um einen Anschlag handelte, sagte Mezzetti. Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni sprach im Kurzbotschaftendienst X von einem „äußerst schwerwiegenden“ Vorfall und dankte den Bürgern, „die mutig eingegriffen haben“, um den Täter aufzuhalten. „Ich drücke meine Solidarität mit den Verletzten und ihren Familien aus.“Meloni sagte eine geplante Zypern-Reise ab und reiste am Sonntag nach Modena, wo sie zusammen mit dem italienischen Staatschef Sergio Mattarella Verletzte im Krankenhaus besuchte.Täter soll Abschluss in Wirtschaftswissenschaften habenBei dem Mann handelt es sich Medienberichten zufolge um einen etwa 30-Jährigen. Er wurde festgenommen und soll von der Polizei befragt werden. Mezzetti kündigte an, später Details zu den Hintergründen zu nennen.Wie Medien berichteten, wurde der Mann in der norditalienischen Stadt Bergamo geboren und wuchs in der Provinz Modena auf. Er soll demnach einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben und nicht vorbestraft sein.Die Wohnung des 1995 geborenen Autofahrers wurde von der Polizei durchsucht. Italienische Medien berichteten, es seien zunächst keine Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung gefunden worden. Der Mann war nicht polizeibekannt.Der Italiener mit marokkanischen Wurzeln hatte 2022 „eine psychische Störung“ durchgemacht, erklärte die Präfektin Triolo. Er sei in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden, danach habe sich seine Spur aber verloren. Triolo zufolge stand der Fahrer nicht unter dem Einfluss von „psychotropen Substanzen“. Lesen Sie auchRechtspopulistische Politiker nutzten den Vorfall, um strengere Einwanderungsregeln zu fordern. Der Chef der migrationsfeindlichen Lega-Partei, Matteo Salvini, erklärte, die Integration von Migranten zweiter Generation sei „gescheitert“.Modenas Bürgermeister Mezzetti rief dagegen dazu auf, sich gegen jene zusammenzuschließen, „die spalten und Hass säen wollen“. Der Mitte-Links-Politiker verwies außerdem darauf, dass zwei ägyptische Staatsbürger zu jenen gehört hätten, die den Autofahrer überwältigten.dpa/AFP/saha/ceb/doli