PfadnavigationHomeRegionalesMecklenburg-VorpommernCottbus erfüllt Mission - Hansa enttäuscht - Aue mit AnsageStand: 10:06 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Mannschaft des FC Energie Cottbus feiert nach ihrer Rückkehr vom letzten Saisonspiel auf dem Cottbuser Altmarkt. Quelle: Frank Hammerschmidt/dpaDer FC Energie ist zurück in Liga zwei und feiert dementsprechend. Ganz anders die Stimmung in Rostock. 67 Punkte reichen nicht zur Relegation. Aue verlässt die Liga mit einer starken Serie.Leipzig (dpa) -Emotionen pur nach Cottbuser AufstiegNach dem 1:0 beim SSV Jahn Regensburg brachen beim FC Energie Cottbus alle Dämme. Die mitgereisten Fans, die das Spiel zu einem Heimspiel machten, stürmten den Rasen. Kapitän Axel Borgmann weinte vor Glück, Präsident Sebastian Lemke kündigte einen Feiermarathon an. Zwölf Jahre lang währte die Durststrecke, bis nun endlich wieder Zweitliga-Fußball in der Lausitz gespielt wird. Trainer Claus-Dieter Wollitz hob aber gleich mahnend den Finger. «Ich hoffe, dass der Club etwas daraus macht. Gerade in der Euphorie macht man viele Fehler», sagte Wollitz bei MagentaSport.Das Feiern wollte er aber niemandem verbieten. «Bei mir kommt das erst alles etwas später. Ich bin stolz ein Teil davon zu sein», sagte Wollitz und kündigte an: «Die Jungs wissen, dass ich ein Feierbiest bin. Die werden sich noch wundern.»Lemke blickte in der Stunde des Erfolgs zurück: «Das ist der Höhepunkt einer Reise. Wir haben den Verein vor fünf Jahren übernommen, als er am Boden lag, finanziell und sportlich. Es war alles zugrunde gerichtet. Wir haben in einem kleinen Team geschafft, ihn wieder aus dem Mittelmaß der 4. Liga hochzuholen», sagte der Präsident und Wollitz betonte: «Die Spieler als Menschen verstehen – das ist unser Schlüssel. Wir haben von oben keinen Druck gekriegt – auch bei Niederlagen in der Regionalliga. Ich habe die Jungs komplett mitgenommen.»Gemischte Gefühle beim FC HansaNicht nur ein medizinischer Notfall im Hansa-Block sorgte nach dem 4:3 der Rostocker beim 1. FC Saarbrücken für gemischte Gefühle. «Wir haben alle gehofft, dass irgendwie noch was auf den 3. Platz geht. Jetzt ist es mit 67 Punkten der 5. Platz. So oft kommt das auch nicht vor», sagte Kapitän Franz Pfanne und fand auch Gründe für den verpassten Aufstieg: «Es gab Spiele, da haben wir Punkte einfach dumm hergeschenkt. Das tut alles ein bisschen weh.»Das fand auch Amir Shapourzadeh. «Am Ende sind wir alle enttäuscht, weil das Gefühl da war, dass dieses Jahr mehr drin ist. Nichtsdestotrotz sind wir stolz auf die Mannschaft, dass wir immer wieder nach Nackenschlägen zurückgekommen sind», sagte der Direktor Profifußball beim FC Hansa.Trainer Daniel Brinkmann wollte sich nicht zu lange der Wehmut hingeben. «Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn es wieder losgeht. Wir haben was zu erledigen, da gilt es dran zu arbeiten. Ich werde ab morgen nach vorne gucken. Wir wollen mehr richtig machen als in diesem Jahr. Dieses Jahr haben wir sieben Punkte mehr als im letzten Jahr geholt. Wenn wir nochmal fünf, sechs Punkte draufpacken, dann sind wir endlich da. Aber das ist ein langer Weg und ein hartes Stück Arbeit.»Nach dem Abstieg ist für Aue vor dem Pokal-FinaleMit dem Abstieg in die Regionalliga ausgerechnet im 80. Gründungsjahr des Vereins hat man sich beim FC Erzgebirge Aue abgefunden. Zu spät wachte das Team auf. Sechs ungeschlagene Spiele zum Saisonabschluss und das 4:2 beim Mitabsteiger 1. FC Schweinfurt dürfen aber als Kampfansage der Veilchen verstanden werden. Auch, dass der bisherige Interimstrainer Khvicha Shubitidze zur Dauerlösung befördert wurde, ist ein Zeichen. «Ich fühle mich sehr geehrt», sagte Shubitidze.Steffen Ziffert, für die Kaderplanung der Erzgebirger zuständig, will nun schnellstens ein schlagkräftiges Team für die Regionalliga aufbauen. «Ich denke schon, dass es einen großen Umbruch geben wird. Ich hatte schon mal so eine ähnliche Aufgabe im Jahr 2015/16, als wir aus der 2. Liga abgestiegen waren. Wir haben eine komplett neue Mannschaft aufgebaut, die dann sofort wieder aufgestiegen ist. So etwas Ähnliches haben wir vor. Mit unseren Bedingungen haben wir schon das Ziel, den sofortigen Wiederaufstieg anzustreben», sagte Ziffert.Ein Mann spielt dabei eine wichtige Rolle: Torjäger Marcel Bär. «Es ist kein Geheimnis, dass wir ihn halten wollen. Die Gespräche laufen und wir hoffen, dass es alles in die richtige Richtung geht», sagte Shubitidze. Er nahm den Doppelpacker nach seinem zweiten Treffer direkt vom Feld.«Er sollte sein Pulver für das Pokalfinale nicht verschießen», sagte der Trainer. Dem Erfolg im Sachsenpokal beim Erzrivalen FSV Zwickau am nächsten Samstag ordnet man im Erzgebirge alles unter. Die daraus resultierenden finanziellen Mittel kann man bei der Mission Wiederaufstieg gut gebrauchen.dpa-infocom GmbH