PfadnavigationHomeRegionalesHamburgFC St. Pauli und Hamburger SVNach acht Jahren ist der HSV wieder allein im OberhausStand: 11:24 UhrLesedauer: 4 MinutenHSv-Coach Merlin Polzin kann auf eine insgesamt erfolgreiche Saison zurückblickenQuelle: Marcus Brandt/dpaDer HSV feierte einen versöhnlichen Abschluss seiner Rückkehr-Saison und entdeckt einen neuen Torwart – der FC St. Pauli dagegen verabschiedet sich mit Tränen und Demut aus der Eliteklasse. Was wird aus Coach Blessin?Die heiß ersehnte Rückkehr-Saison des Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga hatte viele Helden. Trainer Merlin Polzin, Riesentalent Luka Vuskovic und Offensivspieler Fabio Vieira zählen definitiv dazu. Am letzten Spieltag, als es sportlich um nichts mehr ging, kam noch einer dazu: Ersatztorhüter Sander Tangvik, der beim 1:1 bei Bayer Leverkusen einen Elfmeter von Patrik Schick parierte und einen Punkt bravourös festhielt.„Er hat die Mannschaft seit dem Winter besser gemacht. Es war für mich nur eine Frage der Zeit, wann wir das über das Trainingszentrum hinaus in Deutschland registrieren“, sagte Polzin nach dem Remis, bei dem Torhüter Tangvik als Stellvertreter von Daniel Heuer Fernandes Parade um Parade zeigte. Lesen Sie auch„Es war ein riesiges Ausrufezeichen für den Sommer, dass sich Norwegen auf ihn verlassen kann, wenn sie ihn brauchen“, fügte Polzin an. Das Team um Stürmerstar Erling Haaland gilt bei der WM in Amerika (11. Juni bis 19. Juli) als Geheimfavorit und bekommt es in der Vorrunde mit Irak, Senegal und Vize-Weltmeister Frankreich zu tun. Im Tor dürfte allerdings der ehemalige Ingolstädter Orjan Nyland stehen.Aber diese Torwartfrage war am Ende nur eine Anekdote einer langen Saison. Nach dem Abstieg des FC St. Pauli ist der HSV erstmals seit der Saison 2017/18 wieder die einzige Hamburger Mannschaft in der Bundesliga. Und der Club hat beim Comeback im Oberhaus wenig Zweifel an seiner Erstliga-Tauglichkeit gelassen. „Ich hatte eine gute Saison, aber am wichtigsten war, dass der HSV sein Ziel erreicht hat. Dass ich ein Teil davon war, stimmt mich glücklich“, sagte Torschütze Vieira.Trainer spürt Dankbarkeit statt WehmutDer Leihspieler vom FC Arsenal dürfte sich nach einer starken Saison wieder vom HSV verabschieden. „Man sollte sich nicht in Leihspieler verlieben. Bei uns herrscht wenig Wehmut, sondern eine große Dankbarkeit“, sagte Polzin, der beseelt bei der Pressekonferenz saß und neben dem geknickten Kasper Hjulmand noch etwas glücklicher wirkte. Während Hjulmand das Aus bei Bayer droht, kann der 35 Jahre junge Polzin für die nächste Saison planen.„Ich glaube, die Leistung, die die Mannschaft heute gezeigt hat, war sinnbildlich für das, was wir uns die Saison hart erarbeitet haben. Die Momente und dieses Glücklichsein sind nicht einfach so entstanden, wir mussten verdammt viel dafür tun“, betonte der Trainer. Mit 38 Punkten beendet der HSV die Spielzeit auf Rang 13.Was wird aus Pauli-Coach Blessin? „Sacken lassen“Gänzlich anders ist die Lage beim FC St. Pauli, das Team konnte den Abwärtstrend der vergangenen Wochen nicht mehr stoppen oder gar umkehren. Gründe dafür gibt es viele, sie reichen von mangelndem Können über nicht immer ausreichend vorhandenem Einsatz bis hin zu Verletzungs- und Krankheitspech und auch einigen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen. Die Ehrenrunde wurde so für die Spieler des FC St. Pauli zur emotionalen Abschiedsrunde. Als der Abstieg des Kiezclubs aus der Fußball-Bundesliga feststand, feierten die Fans ihre Spieler auf ihrem Weg an den Tribünen vorbei. Mit der Hymne „You'll never walk alone“ trösteten die Anhänger ihre traurigen Helden nach dem 1:3 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg. „Ich glaube, dass die Fans einfach einen unfassbaren Job gemacht haben, nicht nur in den letzten Jahren, sondern vor allem in dieser Saison“, sagte Hauke Wahl. Der Abwehrchef hatte nach dem Schlusspfiff lange mit gesenktem Kopf und Tränen in den Augen auf dem Rasen gestanden, einige seiner Teamkollegen lagen erschöpft und enttäuscht auf dem Boden, während von den Zuschauerrängen „St. Pauli, St. Pauli“-Rufe schallten. „Es tut unfassbar weh“, sagte Wahl. Zwei Jahre nach dem Aufstieg ins Fußball-Oberhaus endete damit die Bundesliga-Party auf dem Hamburger Kiez. „Ich habe eine totale Leere im Kopf. Es tut weh“, sagte St. Paulis Trainer Alexander Blessin. Auch sein Kapitän Jackson Irvine war zutiefst getroffen, blieb aber auch selbstkritisch. „26 Punkte sind nicht genug für die Liga“, sagte der Australier bei Sky. „Wir waren nicht gut genug.“Coach Blessin gab noch keine Details zu seiner Zukunft preis. „Letztendlich ist es, glaube ich, heute absolut nicht der richtige Zeitpunkt dafür, weil es einfach verdammt weh tut“, sagte der 52-Jährige. Der sichtlich ergriffene Coach bekräftigte, dass es einen guten Austausch mit Sportchef Andreas Bornemann gebe. Dass er auch nach der Serie von neun Niederlagen an ihm festgehalten habe, „das sieht man nicht oft und da bin ich auch sehr, sehr dankbar und deswegen ist dieser Austausch weiterhin vertrauensvoll“. Er sagte weiter: „Da wird man sich jetzt auch in den nächsten Tagen, wenn wir das jetzt alle ein bisschen sacken lassen, dann auch wieder zusammensetzen und dann auch wieder Lösungen finden.“ Klar ist: Einige Spieler werden das Team verlassen, etwa Torwart Nikola Vasilj. Und für Neueinkäufe steht in der Zweitklassigkeit deutlich weniger Geld zur Verfügung, weil die TV-Einnahmen zurückgehen. Der Verein steht vor einem Neuaufbau, dabei sollte es eigentlich um eine Etablierung in Liga 1 gehen.jlau
FC St. Pauli und Hamburger SV: Nach acht Jahren ist der HSV wieder allein im Oberhaus - WELT
Der HSV feierte einen versöhnlichen Abschluss seiner Rückkehr-Saison und entdeckt einen neuen Torwart – der FC St. Pauli dagegen verabschiedet sich mit Tränen und Demut aus der Eliteklasse. Was wird aus Coach Blessin?









