Nahe der US-Metropole Atlanta hat ein Rechenzentrum fast 110 Millionen Liter Wasser entnommen, ohne dass die lokalen Behörden das erfassten. Wie das US-Magazin Politico berichtet, fielen die unangemeldeten Wasseranschlüsse auf, nachdem Anwohner eines angrenzenden Viertels in der Stadt Fayetteville über ungewöhnlich niedrigen Wasserdruck klagten. Zu dieser Zeit forderten die lokalen Behörden die Bürger auf, Wasser zu sparen, da in weiten Teilen des Bundesstaates Georgia moderate bis schwere Dürre herrschte.

Dem Politico-Bericht zufolge hat der Betreiber Quality Technology Services (QTS) dem Wasserversorger des Fayette County (entspricht etwa einem Landkreis) knapp 150.000 US-Dollar geschuldet. Ein Anschluss habe komplett ohne Wissen der Behörde bestanden, ein zweiter sei nicht mit dem Kundenkonto des Unternehmens verknüpft gewesen. Ein QTS-Sprecher teilte mit, das Unternehmen habe alle nachträglichen Gebühren beglichen, sobald die Behörde es informierte. Der nicht gemessene Verbrauch soll in einer Phase stattgefunden haben, in der die Verwaltung auf Smart Meter umgestellt habe.

Kritik an ausbleibenden Strafen

Die Direktorin des Wasserversorgers, Vanessa Tigert, machte ein technisches Versehen und Personalmangel für den Vorfall verantwortlich. Das County weise ohnehin wenige gewerbliche Zähler auf. „Also haben wir nicht gemerkt, dass unser Anschlusspunkt nicht funktionierte“, wird die Direktorin zitiert. Trotz der ungenehmigten Wasserentnahme verhängte der Versorger keine Strafzahlung gegen das Tech-Unternehmen. Tigert verteidigte diese Entscheidung mit den Worten: „Sie sind unser größter Kunde und wir müssen Partner sein. Das nennt man Kundenservice.“