Bei Nestlé ist er gescheitert: Mark Schneider kontrolliert bald den wertvollsten Konzern DeutschlandsDer Industrieriese Siemens will Mark Schneider zum Chef des Aufsichtsrats machen. Bei Nestlé kämpfte er mit veganen Shrimps erfolglos um die Gen Z.17.05.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenWertvollster Konzern Deutschlands: Siemens.ImagoDie Gründerfamilie steht nun hinter ihm: Mark Schneider soll definitiv Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens werden. Das teilte der Konzern diese Woche mit. So klar war die Sache allerdings nicht. Innerhalb der Siemens-Familie – sie hält rund 6,1 Prozent der Aktien – soll es Vorbehalte gegen den deutschen Spitzenmanager gegeben haben. Dies aber nicht, weil er bei seinem letzten Arbeitgeber gescheitert ist. Sondern weil Schneider der industrielle Hintergrund fehlt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Offenbar konnte der 60-Jährige die Zweifler überzeugen. Schneider – die Wahl im Februar gilt als Formsache – übernimmt damit die Kontrolle des wertvollsten Konzerns in Deutschland. Anfang Jahr überholte Siemens mit starken Zahlen SAP, über viele Jahre die am höchsten kapitalisierte Firma im deutschen Leitindex DAX.KeystoneSchneider hat damit wieder eine Spitzenposition in Deutschland inne. Bis 2016 war er dreizehn Jahre lang CEO des Gesundheitsunternehmens Fresenius. In dieser Zeit verzehnfachte sich der Aktienkurs des Konzerns, und Schneider wurde zum Star-Manager.Diesen Nimbus hat er inzwischen allerdings eingebüsst. Denn im August vor zwei Jahren musste er seinen Posten als CEO von Nestlé abrupt abgeben. Während sieben Jahren hatte er den Westschweizer Nahrungsmittel-Multi geführt – mit durchzogener Bilanz. Zu Beginn seiner Amtszeit konnte Schneider zwar Akzente setzen. Doch zuletzt agierte er glücklos.Vor allem die von ihm angestrebte Erneuerung des Produktportfolios erzielte nicht den gewünschten Erfolg. Schneider setzte in grossem Stil auf vegane Ersatzprodukte, etwa für Shrimps, Rührei oder Thunfisch. Diese fristen heute ein Nischendasein in den Supermarktregalen oder wurden wieder vom Markt genommen.Mark Schneider, der in St. Gallen Wirtschaft studiert hat und zusätzlich im Verwaltungsrat des Basler Pharmaunternehmens Roche sitzt, trifft bei Siemens eine andere Ausgangslage an als bei der wachstumsschwachen Nestlé. Der Mischkonzern ist im Schuss. Mit dem Bereich Rechenzentren ist man vorne bei einer Zukunftstechnologie dabei. Die SBB vergaben im letzten Herbst einen Grossauftrag an die Zugsparte.Doch wie will der auf Medizintechnik und Konsumgüter spezialisierte Topmanager sein fehlendes Know-how in Sachen Technologie kompensieren? Er muss es gar nicht. Siemens holt dafür extra einen neuen Aufsichtsrat – den Schweden Ola Rollén, den langjährigen Chef der Messwert- und Software-Firma Hexagon.Passend zum Artikel