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»Wenn die Regierung nicht für das Volk spricht, dann muss das Volk eben für sich selbst sprechen!«, ruft ein Eröffnungsredner den Zehntausenden Demonstranten zu, die sich im Regierungsviertel von London versammelt haben. Union Jacks und Englandflaggen wehen über den Köpfen, Haschisch- und Alkoholdunst zieht durch die Menge, »Keir Starmer ist ein Wichser!«-Sprechchöre heben an. »Unite the Kingdom«. »Vereint das Königreich« lautet das Motto auch dieses zweiten Massenprotests innerhalb eines Jahres, zu dem Stephen Yaxley-Lennon alias Tommy Robinson aufgerufen hat. Für einen gefährlichen Rechtsextremisten halten ihn die einen: Robinson ist Ex-Fußball-Hooligan und Gründer der mittlerweile aufgelösten English Defence League, einer Gruppe, die vor rund 15 Jahren gegen Islamismus auf die Straße ging. Andere verehren den 44-Jährigen als einen Helden der Working Class, der die Gefahren der kulturellen Desintegration und des radikalen Islam in Großbritannien schon lautstark benannte, als andere sie noch beschwiegen.