Zehntausende sind am Samstag bei gegensätzlichen Demos durch die britische Hauptstadt gezogen. Schätzungen zufolge schlossen sich mehr als 60 000 Menschen einer Kundgebung des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson an, wie der britische Nachrichtensender Sky News unter Berufung auf die Metropolitan Police berichtete. Bei einer propalästinensischen Demo zum Nakba-Tag gingen demnach etwa 20 000 Menschen auf die Straße.Bis zum frühen Abend verliefen die Kundgebungen weitgehend friedlich. Laut Scotland Yard kam es insgesamt zu 31 Festnahmen. Die Londoner Polizei war mit 4 000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Das Aufgebot sei laut Polizei „beispiellos“ und koste bis zu 4,5 Millionen Pfund (etwa 5,16 Millionen Euro). Auch Pferde, Hunde, Drohnen und Hubschrauber wurden eingesetzt, um Ausschreitungen und Zusammenstöße zu verhindern. Erstmals nutzte die Polizei auch Kameras mit Gesichtserkennung.An den Gerichten stehen zusätzliche Kapazitäten bereitEine erste Auflage des rechten „Unite the Kingdom“-Marschs, hatte im vergangenen September mehr als 100.000 Menschen angezogen. Dabei war es zu Angriffen auf die Polizei gekommen. Gut zwei Dutzend Beamte wurden verletzt.Justizminister David Lammy warf den Organisatoren der „Unite the Kingdom“-Demo in einem Post auf der Plattform X vor, Hass und Spaltung zu verbreiten. Sollte es zu Gewalt kommen, werde man rasch handeln. An den Gerichten stünden zusätzliche Kapazitäten bereit, schrieb er kurz vor Beginn der Kundgebung.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Unter den Teilnehmern der rechten Demo fanden sich teils auch ältere Menschen, Frauen und Familien. Auf Plakaten und Bannern waren Sprüche zu lesen wie: „Stop the Boats“ - gemeint sind damit die Schlauchboote, mit denen jedes Jahr Zehntausende Migranten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überqueren.Die rechte Kundgebung fiel in diesem Jahr zusammen mit der propalästinensischen Demo zum Nakba-Tag, an dem an die Vertreibung von Palästinensern infolge der Staatsgründung Israels 1948 erinnert wird. Die Teilnehmer der Demo hatten sich im Stadtteil Kensington versammelt und zogen Richtung Zentrum. Viele nutzten die Gelegenheit, um mit Slogans wie „Smash the Far Right“, zu Deutsch: „Zerschlagt die extreme Rechte“, gegen Rassismus zu protestieren.
London: Zehntausende auf rechtsextremen und propalästinensischen Demos
Die Londoner Polizei ist im Großeinsatz, um die Gruppen auseinanderzuhalten. Erstmals nutzte sie dafür auch Kameras mit Gesichtserkennung.










