PfadnavigationHomeKulturArtikeltyp:LivetickerESC 2026Mehrere Tausend Menschen demonstrieren in Wien gegen die Teilnahme IsraelsStand: 16:39 UhrLesedauer: 5 MinutenWenige Stunden vor dem Start des ESC-Finales in Wien hat die schwedische Kandidatin einen Ohnmachtsanfall erlitten. Bei den Buchmachern liegt die deutsche Sängerin Sarah Engels auf Platz 23. WELT-Reporter Marcus Tychsen berichtet aus Wien.Unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ hat sich in Wien ein Protestmarsch gegen die ESC-Teilnahme Israels formiert. Am Tag vor der Show hat die schwedische ESC-Teilnehmerin Felicia Eriksson unterdessen einem Medienbericht zufolge das Bewusstsein verloren. Mehr im Liveticker.WO landet Deutschland dieses Mal? Und gibt es politische Eklats? Am Samstagabend findet in Wien der diesjährige Eurovision Song Contest (ESC) statt. Alle Ereignisse zum ESC im Liveticker.16:22 Uhr – Mehrere Tausend bei Protest gegen Israels ESC-TeilnahmeVor der Final-Show des Eurovision Song Contest (ESC) haben mehrere Tausend Menschen in Wien gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Womöglich auch wegen des schlechten Wetters mit Wind und Regen kamen anfangs weniger als die angekündigten 3000 Teilnehmer zu der Protestkundgebung unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“, doch die Menge wuchs während des Protestmarsches an.Die Demonstranten warfen den ESC-Veranstaltern Heuchelei vor, weil Israel im Gegensatz zu Russland teilnehmen dürfe. Sie hielten Plakate mit „Freiheit für Palästina“ oder „Block Eurovision“ in die Höhe. Der palästinensische Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi, kritisierte die Teilnahme Israels scharf und nannte sie „eine Beleidigung für die Kunst, für die Kultur, für die Musik und für die Menschheit“. Er warf Israel Völkermord und ethnische Säuberungen vor. Er attackierte vor allem Deutschland für einen unkritischen Umgang mit Israel und dafür, dass das Schicksal eines gestrandeten Wales dort mehr interessiere als sterbende Kinder im Gaza-Streifen.15:25 Uhr – Sarah Engels ist ausgeschlafenDeutschlands ESC-Teilnehmerin Sarah Engels geht ausgeschlafen in das Finale des Eurovision Song Contest. Die Nacht sei „ehrlicherweise ganz entspannt“ gewesen, sie habe ganze 7,5 Stunden geschlafen, sagte sie „Bild“. Das sei für sie als Mama sehr viel. „Also normalerweise zu Hause schlafe ich weniger als hier. Aber hier habe ich versucht, mir ein bisschen Ruhe zu gönnen in der Nacht“, so die 33-Jährige. 14:15 Uhr – Polizei nennt Lage „sehr ruhig“Vor der Final-Show des streng bewachten Eurovision Song Contest (ESC) und den angekündigten Demonstrationen in Wien hat ein Polizeisprecher die Lage als „sehr ruhig“ bezeichnet. Das sei schon während der ganzen ESC-Woche so gewesen und habe sich bislang nicht geändert Die Polizei war dennoch auch am Samstag mit einem deutlich sichtbaren Großaufgebot an Beamten und Spezialkräften im Einsatz.11:29 Uhr – Bericht: Schwedische Kandidatin erleidet Ohnmachtsanfall Die schwedische Teilnehmerin Felicia Eriksson hat bei der Generalprobe für den ESC der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ zufolge das Bewusstsein verloren. Demnach fiel die Sängerin in einer Loge in Ohnmacht, nachdem sie sich zuvor bereits unwohl gefühlt hatte. Die schwedische Delegationsleiterin erklärte den Vorfall mit Dehydrierung, Hitze und enger Kleidung. Es gehe der Sängerin aber „gut“. Man habe „Maßnahmen“ ergriffen, damit sich der Vorfall nicht wiederhole, etwa werde sie vor dem Auftritt nicht an der Flaggenparade teilnehmen.Lesen Sie auchIn mehreren Auswahlrunden vor Publikum hatte sich Felicia unter 30 Kandidatinnen und Kandidaten durchgesetzt. Vor zwei Jahren hatte die noch mit Strumpfmaske auf dem Kopf als Kunstfigur Fröken Snusk am Vorentscheid teilgenommen. Jetzt trägt sie stattdessen eine schwarze Spitzenmaske über Mund und Nase und schmettert der ESC-Gemeinde den pulsierenden Elektro-Popsong „My System“ entgegen.10:34 Uhr – Jugendzentrum aus Baden gewinnt „Jewrovision“Das Jugendzentrum „JuJuBa“ aus Baden hat den jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“ gewonnen. Damit setzte sich die Gruppe, die auch den Preis für den besten Gesang erhielt, in Stuttgart gegen zwölf weitere Jugendzentren durch, wie der Zentralrat der Juden in Deutschland am Freitagabend mitteilte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten „Olam Berlin“ sowie „We.Zair Westfalia“.Die „Jewrovision“, die sich am Vorbild des ESC orientiert, ist nach eigenen Angaben das größte jüdische Jugendevent in Europa und stand dieses Jahr unter dem Motto „Voices of Hope“. Es treten jüdische Jugendzentren aus ganz Deutschland gegeneinander an. Die „Jewrovision“ wird seit 2013 vom Zentralrat der Juden organisiert, Schirmherrin in diesem Jahr war Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Zu dem bisher größten Wettbewerb kamen rund 2.700 Zuschauer.Finnland geht als Favorit ins Wiener Rennen, Deutschland mit AußenseiterchancenJubiläum in Österreich: In der Wiener Stadthalle findet die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest statt. Teilnehmer aus 25 Staaten konkurrieren beim Musikwettbewerb unter dem Motto „United by Music“ – ein Hohn angesichts der Vorgeschichte der diesjährigen Ausgabe. Wegen des militärischen Vorgehens Israels im Gazastreifen hatten mehrere Staaten den Ausschluss der Republik gefordert. Im Dezember stimmte schließlich eine Mehrheit der Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) dafür, der israelischen Teilnahme zuzustimmen. „Kultur sollte immer etwas Verbindendes haben, und deswegen sollte auch dieses Forum genutzt werden und nicht Austragungsort politischer Differenzen sein“, redete der deutsche Außenminister Johann Wadephul noch den skeptischen Mitgliedstaaten ins Gewissen. Island, Slowenien und die Niederlande zogen dennoch ihre Teilnahme zurück. Auch Rekordsieger Irland entschied sich für einen Boykott. Selbst Spanien – bisher einer der Hauptfinanziers des Wettbewerbs – zog sich als Geldgeber, Teilnehmer und TV-Ausstrahler zurück. Lesen Sie auchBei den beiden Halbfinals in dieser Woche reichte die Kontroverse kaum für eine Randnotiz. Der österreichische Schauspieler Michael Ostrowski und die Moderatorin des RTL-Dauerbrenners „Let’s Dance“, Victoria Swarovski, führten unverwüstlich gut gelaunt durch den Abend. Und neben den insgesamt 30 Teilnehmern der Vorschlussrunde bestritten Vicky Leandros, Vorjahresgewinner JJ, die Akrobatikgruppe Zurcaroh sowie eine Musical-Einlage der Hosts über die Verwechslungsgefahr von „Austria“ und „Australia“ das Rahmenprogramm.Zehn ESC-Aspiranten mussten sich in den Semifinals bereits verabschieden, darunter die prominenten Kandidaten Vanilla Ninja für Estland und Boy George für San Marino sowie Eva Marija aus Luxemburg, deren erdverbundenes „Mother Nature“ sich kaum von Birdys „Keeping Your Head Up“ unterscheiden ließ. Erwartungsgemäß durchgesetzt haben sich hingegen die Favoriten der Buchmacher, Linda Lampenius und Pete Parkkonen für Finnland sowie der griechische Sänger Akylas. Ab 21:00 Uhr eröffnet Søren Torpegaard Lund für Dänemark den Wettbewerb, gefolgt vom deutschen Beitrag – „Fire“ von Sarah Engels.mit dpa/Reuters/AFP/säd/krö