Pantelleria liegt näher an Tunesien als an Sizilien. Schwarze Lava prägt die Landschaft, die abenteuerlichen Küsten sind steil und rau.Das Meer am Arco Dell’Elefante ist klar, Fische glitzern unter der Wasseroberfläche, an den steilen Felswänden kleben Seeigel und Anemonen. Auf den Felsen liegen ein paar von der Sonne ausgebleichte Handtücher. Sonnenschirme, Liegen und eine Strandbar sucht man hier vergeblich. Stattdessen blickt man auf das offene Meer.Pantelleria ist klein, karg und windig. Sandstrände gibt es nicht, die Küste ist schroff und oft schwer zugänglich. Wer länger als eine Woche bleibt, erntet fragende Blicke. Aber an einem Ort wie der Tenuta Borgia fällt das Bleiben leicht. Die einzelnen Häuser verteilen sich locker zwischen Trockenmauern und Gärten mit Palmen, Oliven- und Zitronenbäumen. Die Mauern der Dammusi sind dick, drinnen bleibt es auch am Nachmittag kühl.Eine Umrundung der Insel auf der kurvigen, schmalen Strasse dauert etwa 60 Minuten. Eine schnurgerade Strasse schneidet durch das Landesinnere. Dazwischen liegen kleine Dörfer, in denen das Leben einfach geblieben ist. Ob Trinkwasser oder Lebensmittel, fast alles kommt mit der Fähre aus Sizilien. Wenn die Lieferung ausbleibt oder die Hühner auf der Insel nicht genug Eier legen, wartet man einfach ab.Kapern, Oliven und WeinWoran es auf Pantelleria nicht mangelt, sind Kapern. Die unscheinbaren Pflanzen wachsen überall auf dem dunklen Vulkangestein. Nicht selten begegnet man am Strassenrand einem parkierten zerbeulten Fiat Panda. Dahinter hockt ein älteres Ehepaar und erntet die kleinen grünen Knospen. Sie landen später in Küchen auf der ganzen Welt. Auch Oliven und Wein wachsen hier. Der Passito di Pantelleria wird aus von Sonne und Wind getrockneten Zibibbo-Trauben gekeltert. Er schmeckt süss und aromatisch. Dazu passen die Baci panteschi, frittierter Teig mit Schafs-Ricotta. Die besten gibt es im «La Vela», einem kleinen Familienrestaurant direkt am Meer unterhalb von Scauri.Unter der Oberfläche brodelt es: In einer Grotte im Gebirge sitzen alte Männer und Touristen Seite an Seite und schwitzen im 40 Grad heissen Dampf, der aus dem Fels tritt. Am Specchio di Venere schmiert man sich mineralischen Schlamm auf die Haut. Entlang der Küste mischt sich warmes Wasser mit dem kühlen Meer. Manches davon erreicht man nur zu Fuss. Hinter den Felsen liegen Buchten aus schwarzer Lava. Der Laghetto delle Ondine füllt sich bei Flut. Hier sitzt man nun und bleibt länger als geplant.Ein Wochenende auf Pantelleria Samstag: 15:00 | Check-in In der Tenuta Borgia im Südwesten. Sieben in der Landschaft verstreute Dammusi.19:00 | Abendessen Das Restaurant La Nicchia in Scauri serviert Fischgerichte, Pasta und Holzofenpizza im geheimen Garten.Sonntag: 11:00 | Schwimmen Die Cala Levante mit ihrer betonierten Plattform eignet sich auch für weniger mutige Schwimmer.17:00 | Aperitivo Auf ein Bier zum Sonnenuntergang ins Kayà Kayà am Hafen von Scauri. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Pantelleria ist klein, karg und windig – und doch will man länger bleiben als geplant
Pantelleria liegt näher an Tunesien als an Sizilien. Schwarze Lava prägt die Landschaft, die abenteuerlichen Küsten sind steil und rau.









