Eine russische Chronologie: Im Februar 2026 droht der frühere Präsident Medwedjew mit Atomschlägen gegen Verbündete der Ukraine. Im April behauptet der Sekretär des Sicherheitsrats, Schojgu, Finnland und die baltischen Länder stellten der Ukraine ihren Luftraum für Angriffe auf Russland zur Verfügung, und verweist auf das „Selbstverteidigungsrecht“ seines Landes. Und Mitte Mai sagt Präsident Putin, Russlands Raketen hätten auf der Welt nicht ihresgleichen. Speziell erwähnt er die „Kinschal“ und die „Oreschnik“, die sich für Angriffe auf Europa eignen.All das hat zwei Gründe. Erstens läuft Russlands Krieg gegen die Ukraine gerade schlecht. Das „Institute for the Study of War“ stellt fest, im April habe Putins Armee mehr Gebiete verloren als erobert, und Russland könne seine getöteten Soldaten kaum noch ersetzen. Gleichzeitig ist Russlands Wirtschaft in den ersten zwei Monaten 2026 geschrumpft. Der Ölpreisboom hat seither zwar Linderung verschafft, aber der Krieg erwürgt die Konjunktur.Zweitens wächst Europas Hilfe für die Ukraine. Ungarn ist kein Bremsblock mehr, die EU gibt einen 90-Milliarden-Kredit, und Deutschlands Verteidigungsminister Pistorius hat am Montag in Kiew gesagt, Berlin wolle zusammen mit der Ukraine weitreichende Waffen entwickeln.