Die USA und Nigeria töten laut Trump die globale Nummer zwei des Islamischen StaatsDie amerikanische Regierung wirft Nigeria vor, das Land lasse zu, dass Christen getötet würden. Doch nun arbeiten die Militärs zusammen. Und feiern einen Erfolg.16.05.2026, 13.13 Uhr3 LeseminutenÄusserste Brutalität: die Szenerie nach einem Angriff des Islamischen Staats im nigerianischen Teilstaat Adamawa im April.APAmerikanische und nigerianische Soldaten haben offenbar in einer gemeinsamen Aktion die globale Nummer zwei des Islamischen Staats getötet. Das teilte der amerikanische Präsident Donald Trump in der Nacht auf Samstag mit. Man habe Abu-Bilal al-Minuki, «den aktivsten Terroristen der Welt», eliminiert, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Nigerias Präsident Bola Tinubu bestätigte dies einige Stunden später.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Minuki war ein vermutlich 1982 geborener Nigerianer aus dem Nordosten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas. Die Gegend ist der Hotspot des Jihadismus in Nigeria. In den letzten beiden Jahrzehnten hat der Konflikt zwischen Jihadisten und dem nigerianischen Staat Zehntausende Todesopfer gefordert.Der nun getötete Minuki soll IS-Zellen in Westafrika angeleitet haben. Er war laut dem amerikanischen Aussenministerium auch Teil des zentralen Lenkungsorgans des IS, das Ableger instruiert und Geldflüsse koordiniert. Minuki war vor allem in der Gegend um den Tschadsee aktiv, wo Nigeria, Niger, Kamerun und Tschad zusammentreffen. Dort wurde er nun offenbar auch getötet.Der IS steht in bitterer Konkurrenz zu al-KaidaDer Islamische Staat hat mehrere Ableger in Afrika. Die wichtigsten sind neben dem nigerianischen jene in der Sahelzone sowie in Kongo-Kinshasa und in Moçambique. Die IS-Filialen stehen an mehreren Orten in erbitterter Konkurrenz zu Ablegern von al-Kaida. Während die Al-Kaida-Ableger oft versuchen, sich der lokalen Bevölkerung als eine mögliche Alternative zum Staat anzubieten, gehen die zum IS gehörigen Gruppen meist mit äusserster Brutalität gegen jeglichen Widerstand vor. Im April zum Beispiel richteten IS-Kämpfer im nigerianischen Teilstaat Adamawa 29 Personen auf einem Fussballfeld hin.Die USA hatten im Februar ein Kontingent von zweihundert Soldaten nach Nigeria geschickt. Diese sollen die nigerianische Armee bei Aufklärung und Ausbildung unterstützen. Der Entsendung vorangegangen waren Vorwürfe der amerikanischen Regierung, in Nigeria würden Christen von Jihadisten verfolgt und getötet, die nigerianische Regierung bleibe passiv.Nigeria kämpft in mehreren Teilen des Landes mit schweren Sicherheitskrisen. Im Süden verlangen gewaltbereite Separatisten einen eigenen Staat. Vor der Küste treiben Piraten ihr Unwesen. Im Norden verdienen Banditen unter anderem mit Entführungen Geld. Laut der Konfliktdatenbank Acled sind in Nigeria seit 2009 53 000 Zivilisten durch politische Gewalt getötet worden. Betroffen sind sowohl Christen als auch Muslime.Afrika ist Epizentrum des TerrorismusDonald Trump dankte in seinem Post der nigerianischen Regierung für die «Partnerschaft». Minuki werde «nicht länger die Menschen Afrikas terrorisieren oder helfen, Angriffe auf Amerikaner zu planen».Der Anführer des IS ist seit 2023 Abu Hafs al-Hashimi al-Kurashi – er ist mutmasslich Iraker, der Name ist ein Kampfname. Die Tatsache, dass die Nummer zwei des IS ein Afrikaner war, zeigt, wie sich die geografischen Gewichte im globalen Jihad verschoben haben. Subsahara-Afrika ist inzwischen das globale Epizentrum des islamistischen Terrorismus. Am schwersten betroffen ist die Sahelzone – mehr als die Hälfte aller Terroropfer weltweit wurden 2025 laut dem «Global Terrorism Index» in Burkina Faso, Mali und Niger getötet. Die terroristischen Gruppen rekrutieren vor allem in Gegenden erfolgreich, in denen afrikanische Regierungen abwesend sind und junge Männer kaum wirtschaftliche Perspektiven besitzen.Passend zum Artikel
Die USA und Nigeria eliminieren Nummer zwei des Islamischen Staats
Die amerikanische Regierung wirft Nigeria vor, das Land lasse zu, dass Christen getötet würden. Doch nun arbeiten die Militärs zusammen. Und feiern einen Erfolg.














