Kreml: Putin reist am Dienstag nach ChinaRusslands Machthaber Wladimir Putin reist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch nach China. Der russische Staatschef werde mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping erörtern, wie die „umfassende Partnerschaft und strategische Zusammenarbeit“ zwischen Moskau und Peking „weiter gestärkt“ werden könne, erklärte der Kreml am Samstag. Putins Reise erfolgt wenige Tage nach einem Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in China.Lena SpilgerNeun Verletzte in Belgorod nach ukrainischem DrohnenangriffNeun Menschen sind im westrussischen Belgorod nach Behördenangaben durch den Einschlag einer ukrainischen Drohne in einem Wohnhaus verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein dreijähriges Mädchen, teilte der Krisenstab der Region bei Telegram mit. Den vom Stab veröffentlichten Bildern zufolge wurde ein zehnstöckiger Wohnblock getroffen, die Fassade und etliche Balkons beschädigt. Lena SpilgerSelenskyj kündigt weitere Drohnenangriffe auf Russland anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt. Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskyj mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. „Wir setzen die Operation fort“, fügte er hinzu.Russische Wirtschaft schrumpftDie russische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent geschrumpft. Das teilte die russische Statistikbehörde Rosstat am Freitag mit. Der erste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in einem Quartal seit drei Jahren erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Ukrainekrieg und der Sanktionen gegen Moskau. Im ersten Quartal 2025 war das BIP laut Rosstat um 1,4 Prozent gestiegen.Für das gesamte Jahr 2026 hatte Russland seine Wachstumsprognose erst vor wenigen Tagen von bislang 1,3 Prozent auf 0,4 Prozent stark abgesenkt. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Freitag aber, nach einem Rückgang des BIP im Januar und Februar habe die Wirtschaft im März wieder angefangen zu wachsen.Der Krieg gegen die Ukraine hatte das russische Wirtschaftswachstum zunächst beflügelt, weil die Regierung in großem Maße Geld für Rüstung ausgab. Das führte aber auch zu einer gestiegenen Inflation und zu einem Arbeitskräftemangel in nicht-militärischen Sektoren. Im Kampf gegen die Inflation setzt die russische Zentralbank auf höhere Leitzinsen – das schadet aber den Unternehmen des Landes. Zuletzt hat Russland von gestiegenen Erdölpreisen im Zuge des Irankriegs profitieren können. Allerdings setzt die Ukraine dem Sektor mit Angriffen auf russische Erdölanlagen stark zu.Slowakei prüft direkten Kauf von russischem ÖlDie Slowakei prüft eigenen Angaben zufolge Möglichkeiten, russisches Öl künftig direkt zu beziehen. Derzeit wickelt der ungarische Energiekonzern Mol die Käufe ab, wie Ministerpräsident Robert Fico erklärt. Eine Option sei, dass der staatliche Pipeline-Betreiber Transpetrol als Käufer auftrete. „Ich denke, es ist keine schlechte Idee, wenn die Slowakische Republik Vertragspartner der Russischen Föderation wird“, sagt Fico. Die Slowakei und Ungarn sind von den EU-Beschränkungen für russische Ölimporte ausgenommen. Von Mol lag zunächst keine Stellungnahme vor. Fast 800 tote ukrainische Kinder seit Kriegsbeginn Nach Angaben der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ sind bislang mehr als 3.500 Kinder dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine zum Opfer gefallen. Davon seien 791 Kinder getötet und 2.752 verletzt worden, wie die Organisation am Freitag in Berlin mitteilte. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 seien 294 Kinder betroffen gewesen.Im vergangenen Jahr seien Angriffe auf zivile Gebiete eskaliert, erklärte Sonia Kush, Landesdirektorin von „Save the Children“ in der Ukraine. Dies deute auf eine „grobe Missachtung von Kindern und ihren Rechten“ hin. Die getöteten oder verletzten Kinder seien eine „eindringliche Mahnung an die verheerenden menschlichen Kosten dieses Krieges“.„Save the Children“ beruft sich bei den Zahlen auf einen UN-Bericht. Insgesamt seien laut UN seit Kriegsbeginn 15.850 Zivilistinnen und Zivilisten getötet und 44.809 weitere verletzt worden. Russland meldet ukrainische Angriffe auf Rjasan und weitere RegionenBei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens vier Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die Ukraine bestätigte den Angriff am Vormittag.Bei dem Industriebetrieb handelte es sich um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden, ist etwa auf Telegramkanälen zu lesen. Dass die Raffinerie getroffen wurde, teilte auch die Ukraine mit.Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Von ukrainischer Seite heißt es, 23 Ziele seien getroffen worden. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen. Kriegsparteien tauschen hunderte Gefangene ausRussland und die Ukraine tauschen einem Bericht der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge jeweils 205 Kriegsgefangene aus. Der Austausch ist Teil einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten dreitägigen Feuerpause über die russischen Feiern zum Sieg über Nazi-Deutschland am 9. Mai, der Russland zugestimmt hatte. Uli PutzUkrainischer Außenminister: Mehr internationaler Druck auf Putin nötigNach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha zeigt der schwere russische Angriff während des China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump, dass Russland den Krieg trotz der Friedensbemühungen Washingtons fortsetzen wolle. Es müsse mehr internationaler Druck auf Putin ausgeübt werden. „Ich bin sicher, dass die Staats- und Regierungschefs der USA und Chinas genug Einfluss auf Moskau haben, um Putin zu sagen, dass er den Krieg endlich beenden soll“, schreibt er auf X.Uli PutzZahl der Toten nach russischen Angriffen auf Kiew steigt auf 21Die Zahl der Toten nach den jüngsten massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben auf 21 gestiegen. Unter den Toten seien drei Kinder, teilte der staatliche Katastrophenschutz am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Einsatzkräfte durchsuchten Trümmer eines Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji weiter nach Opfern. Zuvor hatte es geheißen, 16 Menschen seien durch die stundenlangen Angriffe der russischen Armee in der Nacht zum Donnerstag getötet worden. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Moskau mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Demnach wurden auch Städte im Süden und Osten getroffen. Der von Russland entfachte Ukraine-Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.Philipp von ReinersdorffZahl der Toten in Kiew steigt auf mindestens zehnNach den mehrstündigen russischen Angriffen mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist die Zahl der Toten auf zehn gestiegen. Zuvor waren zunächst fünf Tote gemeldet worden. „Bisher wissen wir von insgesamt zehn Menschen, die infolge des massiven russischen Angriffs im Kiew ums Leben gekommen sind“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Moskau habe in der Nacht zum Donnerstag mehr als 675 Angriffsdrohnen gegen sein Land gestartet und 56 Raketen abgefeuert, erklärte der Präsident. An den Einschlagsorten könnten noch mehr Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein, fügte er hinzu.Insgesamt wurden 20 Orte in Kiew angegriffen, darunter Wohnhäuser, eine Schule und eine Tierklinik, sagte Selenskyj. Mindestens 45 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei wurden aus einem einzigen Haus sieben Leichen geborgen – drei Männer, drei Frauen und ein Mädchen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die „schwersten russischen Angriffe seit Langem“. Kommentar: Russlands gut geplanter AngriffEs ist kein Zufall, dass die Angriffe auf die Ukraine pünktlich zum Treffen zwischen Trump und Xi erfolgten, kommentiert F.A.Z.-Redakteurin Othmara Glas:Selenskyj: Kanzleramtschef Frei und BND-Chef Jäger in Kiew Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) und den Präsidenten des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, in Kiew empfangen. „Wir haben darüber gesprochen, wie wir unsere Vereinbarungen mit Deutschland zur Luftverteidigung beschleunigen können, um die Ukrainer vor solch einem Terror zu schützen“, schrieb Selenskyj am Donnerstag auf der Plattform X mit Blick auf den jüngsten massiven Angriff Russlands.Der ukrainische Staatschef betonte, es habe „wichtige Signale der Unterstützung“ gegeben. „Deutschland hat wiederholt dazu beigetragen, unsere Luftverteidigung zu stärken, und wir hoffen auch jetzt auf eine solche Führungsrolle“, schrieb Selenskyj weiter. Zudem sei über ein Drohnenabkommen gesprochen worden, das die Ukraine Deutschland vorgeschlagen habe. Die Ukraine wäre in dem Zusammenhang bereit, „diejenigen zu unterstützen, die uns unterstützt haben“.Deutschland und die Ukraine hatten bei Regierungskonsultationen Mitte April eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vereinbart. Dazu gehören nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite in einem Joint Venture, Investitionen von mehreren Hundert Millionen Euro in ukrainische Fähigkeiten für Angriffe mit großer Reichweite sowie der Austausch von Gefechtsfelddaten zwischen beiden Verteidigungsministerien. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte am Montag bei einem Besuch in Kiew die gemeinsame deutsch-ukrainische Entwicklung und Produktion von Drohnen mit Reichweiten von bis zu 1500 Kilometern an. Deutschland setze im Bereich unbemannter Systeme auf Joint Ventures zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen, sagte Pistorius. Ungarische Außenministerin verurteilt AngriffeUngarns neue Außenministerin Anita Orbán hat Russland wegen jüngster Drohnenangriffe auf die westukrainische Region Transkarpatien kritisiert. Sie habe den russischen Botschafter in Budapest einbestellt, teilte die Politikerin der bürgerlichen Tisza-Partei auf ihrer Facebook-Seite mit. Sie habe ihm gesagt, dass die ungarische Regierung diese Angriffe aufs Schärfste verurteile. „Wir erwarten (von Russland) die unverzügliche Einstellung der Aggression gegen Zivilisten“, fügte Orbán hinzu. Merz nach Putin-Vorschlag: „Wir entscheiden selbst, wer für uns spricht“Nach dem Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Ukrainekonflikt einzusetzen, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Einmischungen von außen in der Frage verbeten. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders“, sagte Merz am Donnerstag in seiner Rede bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen. Er zweifelte dabei daran, dass es auf russischer Seite tatsächlich Verhandlungsbereitschaft gebe.„Wir wollen helfen, diesen schrecklichen Krieg so schnell wie möglich zu beenden“, betonte Merz. Dies erfordere aber „Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten“. Und da sprächen die „Angriffe der letzten Nacht (...) eine andere Sprache“. Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukrainekriegs am Samstag Schröder als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt. Der 82 Jahre alte frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins und war auch nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für russische Energiefirmen tätig.Merz erwähnte in seiner Rede nun weder Putin noch Schröder. Die Bundesregierung hatte den Vorstoß des russischen Präsidenten aber bereits Anfang der Woche klar zurückgewiesen. Ein Sprecher sagte, Berlin sehe „momentan in den Äußerungen des russischen Präsidenten noch keinen substanziellen Fortschritt“. Putin beharre offenbar auf seinen Bedingungen für Verhandlungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte von einem „Täuschungsmanöver“ gesprochen, mit dem Putin offenbar „von der eigenen Schwäche ablenken“ wolle.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Putin reist am Dienstag nach China | FAZ
Russischer Machthaber trifft chinesischen Präsidenten Xi +++ Selenskyj kündigt weitere Drohnenangriffe auf Russland an +++ Russische Wirtschaft schrumpft +++ alle Neuigkeiten im Liveblog











