PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBundestagspräsidentinKirche ist keine weitere NGO, sagt Klöckner – Grüne kritisiert Regenbogenflaggen-EntscheidungStand: 00:07 UhrLesedauer: 3 MinutenJulia Klöckner (CDU), Präsidentin des Deutschen Bundestages, beim 104. Deutschen KatholikentagQuelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpaEs werde die Menschen nicht in die Kirche bringen, wenn sie Stellungnahmen zum Tempolimit veröffentliche, kritisiert Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie hat andere Erwartungen. Zugleich gibt es vereinzelt Kritik an ihrer Entscheidung zur Regenbogenflagge auf dem Bundestag.Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat am Rande des Katholikentages in Würzburg die Kirche dazu aufgerufen, sich stärker auf die Vermittlung des Glaubens und existenzielle gesellschaftliche Fragen zu konzentrieren. „Wenn ich eine Stellungnahme zu einem Tempolimit von 120 von der Kirche bekomme, dann kann sie das natürlich tun. Aber das wird die Menschen nicht in die Kirche bringen. Sie muss sicherlich mehr bieten“, sagte Klöckner im Fernsehsender Phoenix.Kirche müsse sich zudem in Fragen einmischen, die über tagesaktuelle Themen hinauswiesen, etwa beim gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen. „Was sagen wir den Menschen, die eben anders als die Norm sind? Da will ich die Kirche hören. Und da ist sie mir manchmal zu leise.“Lesen Sie auchIn Zeiten von Krisen und Kriegen wie auch wachsender Unsicherheit könne die Kirche Orientierung geben. „Die Relevanz ist gerade bei Kirchen die, dass sie über den Alltag hinausweist, dass sie eben nicht eine innerweltliche Gruppierung, eine weitere NGO ist“, so Klöckner. Bei den Kirchen gehe es um das Thema Hoffnung, um das Menschsein und das Zusammenleben in einer Gesellschaft.Kritisch setzte sich Klöckner mit dem Zeitgeist auseinander, der kirchliche Feiertage oft nur als eine weitere Form von Freizeit ansehe. „Wenn ich keinen Bezug mehr dazu habe und nur noch irgendwie Kulturchrist bin, dann darf ich mich nicht wundern, wenn vieles auch erodiert.“Dass zum Kirchentag keine AfD-Politiker eingeladen wurden, wollte Klöckner nicht kommentieren, meinte aber: „Es gibt durchaus Positionen bei der AfD, die ich schwierig finde, mit dem christlichen Menschenbild zu vereinen.“Regenboggenflagge weht nur noch einmal im JahrKlöckner sorgte am Freitag noch mit einer weiteren Mitteilung für Schlagzeilen: So hatte sie erklärt, sie bleibe bei der Linie, die Regenbogenflagge nur am 17. Mai zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit über dem Bundestag aufziehen zu lassen. Der Tag ist zudem verknüpft mit dem 17. Mai 2002, als der Bundestag die Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz beschlossen habe.Auch im Vorjahr hatte Klöckner so entschieden. Die CDU-Politikerin begründete dies mit der Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung. Unter ihrer Vorgängerin Bärbel Bas (SPD), die in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentspräsidentin war, wehte die bunte Flagge auch während des CSD.Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik sagte der „Rheinischen Post“, die Union mache sich „weiter mitschuldig an anti-queerer Stimmungsmache“. Die Regenbogenflagge gilt als Symbol des Kampfs sexueller Minderheiten um Respekt und Gleichberechtigung.„Queere Sichtbarkeit wird eingeschränkt, der Aktionsplan ‚Queer Leben‘ für beendet erklärt und viele wichtige Projekte in der sozialen Arbeit, die queeren Menschen helfen sollen, stehen vor dem finanziellen Aus.“ Sie fügte hinzu: „Ständig Interviews zu geben, warum die Regenbogenflagge wegkönne, ist nicht hilfreich.“Auch Andre Lehmann vom Bundesvorstand des Verbands Queere Vielfalt LSVD+ bedauerte die Entscheidung. „Wir begrüßen jeden einzelnen Tag, an dem die Regenbogenflagge als universelles Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte über dem Deutschen Bundestag weht. Eine erneute Flaggenhissung zum Berliner CSD wäre ein symbolischer Gewinn“, sagte Lehmann der „Rheinischen Post“. lay mit KNA/AFP
Julia Klöckner: Kirche ist keine weitere NGO, sagt die Bundestagspräsidentin – Grüne kritisiert Regenbogenflaggen-Entscheidung - WELT
Es werde die Menschen nicht in die Kirche bringen, wenn sie Stellungnahmen zum Tempolimit veröffentliche, kritisiert Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie hat andere Erwartungen. Zugleich gibt es vereinzelt Kritik an ihrer Entscheidung zur Regenbogenflagge auf dem Bundestag.









