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Die Paula war die Rolle ihres Lebens: Zum Tod der großen Schauspielerin Angelica Domröse, die noch Helene Weigel vorspielte und sich vor lauter Lust am Ausreißen in beiden deutschen Staaten neu erfand.

Kleine Paula – große Klappe, grüne Kulleraugen, zwei Kinder, Ofenheizung, Kohleschleppen, tagtäglich Schichtbetrieb an der HO-Kaufhallenkasse und tief im Herzen eine Riesensehnsucht nach was Großem, Schönem, Aufregendem: Das war das menschliche Antlitz der Deutschen Demokratischen Republik.

Paula, so befand die Mehrheit in der DDR, diese Paula ist der bessere Mensch in uns. Nicht, dass sie klüger wäre oder moralischer. Vielmehr rennt die heftig getretene und ungeniert zurücktretende Frau so blindwütig wie hellsichtig gegen alles an, was ihrem endlich gefundenen Glück – der großen späten Liebe zu Paul – entgegensteht. Paula, das ist Freiheit, Zukunft, Glaube an Paul. Unbeirrbar befolgt sie, was die Seele ihr sagt: Nimm ihn dir, halt ihn fest! – selbst wenn der Staat dagegen ist. Nirgends sonst trugen in der DDR leuchtende Seligkeit und köchelnde Wut aufs geballte Spießertum von oben wie unten so schlichte, schöne Namen als in dem 1973er Defa-Film von Heiner Carow „Die Legende von Paul und Paula“.