Die 89. Eishockeyweltmeisterschaft war nicht mal eine Stunde alt, da hatte sich Moritz Seider seinen Platz im Highlightvideo des Turniers bereits gesichert. Es lief das zweite Drittel im Auftaktspiel zwischen Deutschland und Finnland, als sich der Verteidiger blitzschnell um die eigene Achse drehte und den Puck für seinen geschlagenen Torhüter mit einem Hechtsprung von der Torlinie kratzte. Und zwar so spektakulär, dass die Szene mehrfach auf dem Videowürfel wiederholt wurde – begleitet von lauten „Ahhhhs“ und „Ohhhhs“ des Publikums.So aufregend war es am Freitagnachmittag in Zürich allerdings selten. Der WM-Start der deutschen Mannschaft war lange Zeit eine zähe Angelegenheit. Erst im Schlussabschnitt wurde es lebhafter, aber am Ende stand es 1:3 aus Sicht der Deutschen. Das ist kein Beinbruch, die Finnen zählen zum engeren Favoritenkreis, gerade defensiv sind sie herausragend. Aber das lag auch an den Deutschen, die vor allem während ihrer fünf Überzahlspiele enttäuschten.Es gäbe da einen, der für Offensive sorgen könnteBesser machten es die Finnen: drei Powerplays, zwei Tore. Anton Lundell traf nach neun Minuten zum 1:0, Jesse Puljujärvi in der 44. Minute zum 2:0. Auch sonst war der starke Philipp Grubauer im deutschen Tor deutlich mehr gefragt als sein Gegenüber. Seine Vorderleute kamen kaum in die gefährliche Zone. Erst im letzten Drittel verkürzte Stefan Loibl auf 1:2. Aber in der Schlussphase stellte Aatu Raty nach einem Puckverlust von Leon Hüttl hinter dem eigenen Tor auf 3:1.Damit war das Spiel entschieden. Den Deutschen fehlte die Durchschlagskraft. Nun gäbe da einen, der für Offensive sorgen könnte: Lukas Reichel. Aber der NHL-Stürmer, der erst am Donnerstag nachgereist war, wurde noch geschont. Er wird frühestens am Sonntag (20.20 Uhr/live bei Pro Sieben und Magentasport) gegen Lettland spielen. Nico Sturm, der andere Nordamerikaprofi, der nach seinem Aus in den Play-offs der NHL theoretisch noch in die Schweiz kommen konnte, hat dagegen abgesagt.