Deutschland rüstet auf, in Europa weckt das Ängste. Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert daher eine neue deutsche Staatsräson. Eine analytische Einordnung.
Große Reden von Politikern sind geschliffen gehaltene Ansprachen, die etwas Drängendes auf den Punkt bringen. Solche Reden müssen, um als bedeutend wahrgenommen zu werden, von einflussreichen Politikern, von Kanzlern, Ministern, Bundespräsidenten gehalten werden. Wäre die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner deutsche Außenministerin, dann hätte sie am Donnerstagabend an der Universität in Oxford eine große Rede gehalten.
„Der Aufstieg Deutschlands zur führenden Militärmacht in Europa ist eine der folgenreichsten Ereignisse für die europäische Sicherheit seit 1989“, so Brantner. Das beunruhige „unsere Nachbarn“. Deutschland investiere Hunderte Milliarden in Rüstung. Bundeskanzler Friedrich Merz verkünde stolz, bald werde man über die stärkste konventionelle Armee Europas verfügen.
Brantner spürt da ein „stilles, anhaltendes, historisch bedingtes Unbehagen“ angesichts der deutschen Aufrüstung. Die Deutschen glaubten nur zu tun, was fast alle Europäer immer von ihnen verlangten – nämlich angesichts der russischen Drohungen mehr Geld in Verteidigung investieren. Die politische Elite in Deutschland sei indes taub für die anschwellende Furcht jenseits der Grenzen.







