Mazda CX-5: mehr Platz, aber deutlich weniger LeistungDie neue Generation des SUV hat nur bescheidene 141 PS. Gleichzeitig ist das Modell gewachsen. Ob der Japaner trotz der Diskrepanz zwischen Grösse und Leistung überzeugen kann?Simon Tottoli15.05.2026, 05.30 Uhr6 LeseminutenErfolgstyp: Der CX-5 ist Mazdas Bestseller und macht seit der Lancierung der ersten Generation 2012 rund ein Viertel aller jährlichen Verkäufe der Marke aus.PDFür viele Serienhersteller von Autos mit Verbrennungsmotor sind die europäischen Emissionsvorschriften eine grosse Herausforderung. Solche Modelle werden zwar immer noch nachgefragt, doch ist für ihre Zulassung immenser technischer Aufwand nötig.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wenn ab Ende 2027 die Abgasnorm Euro 7 gilt, wird es noch aufwendiger. In anderen Märkten entfällt dieser Extra-Effort, etwa in den USA, wo die Emissionsvorschriften weniger streng sind.In Amerika leistet der 2,5-Liter-Vierzylinder im neuen Mazda CX-5 139 kW (187 PS). Doch für Europa musste das Triebwerk auf schwächliche 104 kW (141 PS) gedrosselt werden, um die hiesigen Emissionsvorschriften einzuhalten. Immerhin fällt der Unterschied beim maximalen Drehmoment geringer aus: Maximal 252 Nm sind in den USA möglich, in Europa immerhin 238 Nm. Dank der hier zusätzlich integrierten 24-Volt-Mildhybrid-Technologie liegt die Maximalkraft zudem etwas früher an, nämlich schon bei 3500 statt erst bei 4000 Umdrehungen pro Minute.Die ab April verfügbare dritte CX-5-Generation ist deutlich grösser als ihre Vorgänger und erreicht mit knapp 4,70 Metern Länge beinahe das Format der oberen Mittelklasse.PDDennoch erscheinen 141 PS für ein Mittelklasse-SUV wie den Mazda CX-5 knapp. Beim Vorgängermodell leistete der 2,5-Liter in Europa zuletzt 143 kW (194 PS), also über 25 Prozent mehr. Zu allem Übel muss der Motor jetzt auch noch mehr Auto in Schwung bringen, denn in der dritten Generation wird der 4,70 Meter lange CX-5 etwas breiter und höher und wächst in der Länge um satte 11,5 Zentimeter. Damit kratzt er an der oberen Mittelklasse, in der Mazdas nächstgrösseres SUV CX-60 (4,75 Meter lang) positioniert ist.Das Platzangebot ist grosszügigDa der Radstand ebenfalls angewachsen ist, zeigt sich der CX-5 innen spürbar geräumiger als bisher. Die Beinfreiheit ist vorne wie hinten hervorragend. Dies liegt allerdings auch an relativ kurzen Sitzflächen im Fond, wo Grossgewachsene nicht allzu komfortabel reisen. Das gleiche Manko gilt für die Vordersitze: Wer über 1,9 Meter misst, fühlt sich speziell hinter dem Lenkrad beengt.In der Topausstattungsversion Homura richtet sich der CX-5 durch das «Driver Personalization System» auf die Fahrerin oder den Fahrer ein. Sitz, Lenkrad, Aussenspiegel und Head-up-Display werden mittels Eingabe der Grösse bestmöglich justiert. Natürlich lässt sich das Ergebnis individuell anpassen und neu abspeichern. Das System hat primär den Vorteil, dass es den Fahrer erkennt und die gespeicherten Einstellungen abruft, wenn er auf dem Fahrersitz Platz nimmt.Ein weiteres serienmässiges Gimmick beim Topmodell Homura ist die elektrische Heckklappe für den Zugang zum grossen Kofferraum: 583 Liter Ladevolumen mit aufgestellten Rücksitzlehnen und 2019 Liter, wenn diese umgelegt sind, sind für einen Gepäckraum beeindruckend.Das Platzangebot für die Passagiere ist hervorragend, sie müssen aber vorne wie hinten mit kurzen Sitzflächen leben.PDBeim Nutzwert hat der CX-5 stark zugelegt. In sein Ladeabteil passen 583 Liter, werden alle Rücksitzlehnen umgeklappt, sind es sogar 2019 Liter.PDDie sich sehr weit öffnenden Fondtüren steigern den Nutzwert zusätzlich. Sofern der Wagen nicht gerade in einer engen Parklücke steht, ist ein Öffnungswinkel von fast 90 Grad möglich. So fällt beispielsweise das Sichern eines Kindes im Kindersitz leicht. Dank seiner Praktikabilität und dem allgemein gelungenen Raumkonzept dürfte der CX-5 nicht nur Familien überzeugen.Die Bedienung hinterlässt StirnrunzelnAm Bedienkonzept für Infotainment und Klimatisierung hingegen dürften sich die Geister scheiden. Hatte Mazda bei den selbstentwickelten Modellen bisher auf grosse Bildschirme und deren Bedienung per Touch verzichtet, gehen die Japaner beim CX-5 jetzt den gleichen Weg wie bei den rein elektrischen Mazda 6e und Mazda CX-6e. Diese werden in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Changan gebaut. Dort sind Touchscreens noch Trumpf. Im CX-5 gibt es zwei Grössen: entweder 12,9 oder 15,6 Zoll Diagonale, wobei der grössere der Topausstattung Homura vorbehalten ist.Der Grossteil der Funktionen wird mit den Fingern auf dem mittig angeordneten Bildschirm bedient, so auch die Temperaturregelung der Klimaanlage, die Fahrassistenzsysteme oder die Justierung der Lautstärke. Das funktioniert im Mazda CX-5 dank übersichtlicher Menustruktur recht gut. Aber eben nicht ohne hinzuschauen.Immerhin befinden sich auf dem Lenkrad Tastenfelder mit guter haptischer Rückmeldung (etwa für die Lautstärke). Zudem besitzt der CX-5 links neben dem Lenkrad eine Taste zur Schnelldeaktivierung des Tempopiepsers. Auch lassen sich viele Funktionen per Sprachbefehl steuern – auch dies eine Quelle der Ablenkung.Neu setzt Mazda beim CX-5 auf grosse Touchscreens mit 12,9 oder 15,6 Zoll Diagonale. Tasten und Knöpfe wurden weitgehend verbannt. Dieser Trend ist längst vorbei. Ist dies ein Zeichen dafür, dass Changan hier bereits überholte Technik liefert?PDFür Christian Schultze, Vizechef von Mazda Europe, ist diese Art der Fahrzeugbedienung aber die Zukunft, weshalb er den Tasten nicht allzu stark nachtrauert. Er ist vor allem froh, dass im neuen CX-5 deutlich grössere Bildschirme zum Einsatz kommen als im Vorgänger, «denn solche werden von vielen Kundinnen und Kunden gewünscht».Ebenfalls nachgefragt wird offenbar die Möglichkeit, sich mit dem Auto zu unterhalten, weshalb Mazda alle neuen CX-5 schon bald mit Googles künstlicher Intelligenz Gemini aufrüsten will, die auch kompliziertere Sprachbefehle umsetzen und einfache Dialoge führen kann.Der Antrieb genügt knappAufgrund ihrer verhältnismässig hohen Verdichtung und des Verzichts auf eine Turboaufladung sind die Motoren von Mazda stärker auf hohe Effizienz als auf maximale Leistung ausgelegt. Weil gleichzeitig die Hubräume gross ausfallen, bieten sie ein hohes Drehmoment – selbst bei tiefen Drehzahlen. Unter diesem Aspekt muss man am Steuer des neuen CX-5 mit seinem gedrosselten Motor keine Angst vor akutem Leistungsmangel haben.Eher das Gegenteil von Wachstum erfolgt unter der Haube: Es gibt vorerst nur noch einen Antrieb, der zudem deutlich weniger leistet als bisher.PDEchte Fahrfreude kommt jedoch bei einer ersten Testfahrt im Umland von Barcelona nicht auf, obwohl der neue CX-5 über ein fein abgestimmtes Fahrwerk mit hohen Komfortreserven verfügt, dazu über eine angenehm präzise Lenkung und dank Brake-by-Wire-Technologie über sehr gut dosierbare Bremsen.Der Motor, der serienmässig an ein Sechs-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt ist, hinterlässt auf der Fahrt derweil einen zwiespältigen Eindruck. Mit dem fahrbereit mindestens 1,63 Tonnen wiegenden CX-5 schwimmt man zwar problemlos im Verkehr mit und kommt auch zügig voran, wenn es bergauf geht. Aber bei höherem Leistungsbedarf, etwa kurzen Zwischensprints, klingt der Wagen schnell angestrengt. 0-auf-100-km/h-Beschleunigungswerte von 10,5 Sekunden (Frontantrieb) und 10,9 Sekunden (Allrad) wirken mässig. Das Gleiche gilt für die Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h.Und das Hauptziel dieses Antriebskonzepts – ein tiefer Verbrauch und geringe Emissionen – wird nur ansatzweise erfüllt. Nach WLTP-Messzyklus benötigt der CX-5 mit Frontantrieb im Durchschnitt 7 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Beim in der Schweiz viel gefragteren Allradler – Mazda Schweiz rechnet bei den Verkäufen mit einer 95-Prozent-Quote – ist es ein halber Liter mehr. Für ein Auto dieser Grösse geht das in Ordnung, für die gebotene Leistung hingegen nicht.Für Sportfahrer und PS-Fans ist der CX-5 keine Empfehlung. Doch die lineare Auslegung des Motors wird durch die milde Elektrifizierung und eine serienmässige Zylinderabschaltung bei Teillast ergänzt. So können die theoretischen Verbrauchsangaben auch in der Realität erreicht oder sogar unterboten werden – was längst nicht für alle Autos gilt. Bei Dauervollgas oder der Ausnutzung der zulässigen Anhängelast von zwei Tonnen wird der Benzindurst des CX-5 naturgemäss steigen, aber aufgrund seines Antriebskonzepts ist sein Durst nach Treibstoff gemässigt.Genügend, aber nicht mehr: Fahrdynamisch merkt man dem CX-5 das Leistungsdefizit an. Der Antrieb ist die grösste Schwäche des sonst sehr gelungenen Modells.PDDas Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gutSehr fair ist die Preisgestaltung für das Modell. Es steht ab 37 800 Franken bei den Mazda-Händlern. Allradantrieb kostet 1900 Franken Aufpreis. Bereits die Basisversion Prime-Line, die auf 17-Zoll-Rädern rollt, ist sehr gut ausgestattet. Für Annehmlichkeiten wie eine Rückfahrkamera, Navigationssystem oder Spurwechselassistent muss man nichts zusätzlich bezahlen.Im gefahrenen Topmodell Homura mit grossem Touchscreen ab 46 500 Franken gibt es eine Lederausstattung, eine Sitzlüftung auf den Vordersitzen und eine freihändig aktivierbare Heckklappe. Für 1500 Franken extra ist ein Panoramaschiebedach bestellbar.Den Wunsch nach mehr Leistung bei der dritten CX-5-Generation erfüllt Mazda voraussichtlich ab 2027. Dann soll eine zweite Antriebsoption mit einem herstellereigenen Vollhybridsystem kommen. Einen Dieselantrieb wird es bei Mazda nicht mehr geben.Die Testfahrt wurde durch Mazda unterstützt.Passend zum Artikel
Mazda CX-5: Grösse trifft auf Ernüchterung unter der Haube
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