Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat gegen den gerade ins Amt gewählten Tirschenreuther Landrat Anklage erhoben. Das hat sie der SZ bestätigt. Sie wirft Hubert Schicker (Freie Wähler) vorsätzliche Insolvenzverschleppung in zwei Fällen, vorsätzliche Verletzung der Buchführungspflicht in vier Fällen, vorsätzlichen Bankrott sowie Vorenthalten von Arbeitsentgelt in 31 Fällen vor.

Schicker war Geschäftsführer zweier Autoteilefirmen. Das Amtsgericht Regensburg schreibt auf Anfrage, dass über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung bisher nicht entschieden wurde. Mit einer Entscheidung sei innerhalb der nächsten acht Wochen zu rechnen.

Auf eine Anfrage der SZ bezieht Schicker zu den Vorwürfen Stellung. „Die Justiz ist unabhängig und wird ermitteln, was zu ermitteln ist. Aber die Anklage ist bisher nicht zugelassen – und von einer Verurteilung sind wir da auch noch weit weg“, sagt er. Für den Landrat gilt bis zu einer möglichen Verurteilung durch ein Gericht die Unschuldsvermutung.

Hubert Schicker ist der neue Landrat von Tirschenreuth.

Der Vorgang ist dennoch politisch brisant. Mitte März wurde zunächst nur ein kleiner Teil der Vorwürfe gegen Schicker bekannt. Damals war die Rede von lediglich einer möglichen Insolvenzverschleppung. Keine Rede war von zwei Fällen oder den anderen Vorwürfen wie dem Vorenthalten des Arbeitsentgelts. Schicker befand sich zu diesem Zeitpunkt mitten im Wahlkampf.