KI belastet Branche: McKinsey muss sein Vergütungsmodell umstellen

Die Unternehmensberatung McKinsey krempelt die Vergütung um: Künftig erhalten die Partner einen größeren Teil ihrer Bezüge nicht mehr sofort in bar, sondern als Firmenbeteiligung. Damit will sich die Elite-Beratung mehr finanziellen Spielraum verschaffen. Die Umstellung sei eine direkte Reaktion auf den Umbruch in der Beratungsbranche durch künstliche Intelligenz, berichtet die „Financial Times “.

Konkret bedeutet die Reform: Partner bekommen künftig nur noch rund 90 Prozent ihres Gewinnanteils sofort ausgezahlt, statt wie bisher etwa 95 Prozent. Die Differenz von drei bis fünf Prozentpunkten wird als Eigenkapital in der Firma gebunden. Bei den Spitzenverdienern unter den Partnern, die Millionen Dollar im Jahr verdienen, können dadurch Zehntausende Dollar weniger sofort verfügbar sein.

Die Umstellung mit dem internen Codenamen „Project Acorn“ hat McKinsey mehr als zwei Jahre lang vorbereitet und intern intensiv debattiert. Eine frühere Version hätte die ranghöchsten Partner laut „FT“ stärker belastet – diese Variante wurde verworfen.

Der Grund für die Reform liegt in der veränderten Geschäftspraxis: Immer mehr Kunden knüpfen die Beraterhonorare an messbare Erfolge. McKinsey wird also erst in vollem Umfang bezahlt, wenn die vereinbarten Einsparungen oder Leistungsverbesserungen auch tatsächlich eintreten – was Jahre dauern kann. Werden die Ziele verfehlt, fließt weniger Geld.