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Sie ließ Passanten ihre Brüste befingern, führte ihren Partner an der Leine durch Wien und posierte mit aufgeschnittener Hose. Valie Export formulierte den radikalen Angriff auf den männlichen Blick. Jetzt ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben.

Als Waltraud Lehner 1960 von Linz nach Wien zog, war sie 20 Jahre alt. Den Krieg hatte sie in Bunkern und auf dem Land überlebt, jedoch ihren Vater verloren. Sie war zur Klosterschule gegangen und mit 19 schwanger geworden, hatte geheiratet – und sich sofort wieder scheiden lassen. „Ich wusste, dass das nicht der Weg ist, den ich gehen möchte“, sagte sie einmal.

Also gab sie ihre Tochter in die Obhut ihrer älteren Schwester und begann, in Wien Modedesign zu studieren. Abends tauchte sie in die männerdominierte Kunstszene ein, in der die „Wiener Aktionisten“ um Oswald Wiener, Günther Brus und Otto Mühl mit Körpersäften und Selbstverletzungen bei der sogenannten „Uniferkelei“ die starre Nachkriegsgesellschaft auf die Palme brachten. Lehner schaute sich das ein bisschen amüsiert an – und beschritt ab 1967 unter dem Namen VALIE EXPORT ihren ganz eigenen radikalen, mitunter durchaus humorvollen Weg durch die Kunstgeschichte. Sie selbst schrieb ihren Namen stets in Versalien, als Symbol für das Nach-außen-Tragen ihrer Gedanken und damit er unter all den Männernamen nicht übersehen wurde.