Stand: 11.05.2026 • 13:50 Uhr

In Zeiten der Wirtschaftskrise tragen auch Gewerkschaften besonders große Verantwortung: Fordern sie zu viel, schwächt das Firmen zusätzlich. Es komme auf Maß und Mitte an, wie IW-Experte Hagen Lesch im Interview erklärt.

tagesschau24: Die Zeiten sind nicht gerade einfach für Gewerkschaften. Die Wirtschaft schwächelt, der Reformdruck ist hoch. Die gerade wiedergewählte DGB-Chefin Fahimi sieht den Sozialstaat in Gefahr. Sie auch?

Hagen Lesch: Der Sozialstaat muss ja irgendwie aufrechterhalten werden und steht vor vielen Herausforderungen. Wir haben eine Konjunkturschwäche, wir haben den demografischen Wandel. Das ist das Hauptproblem: das Langfristige. Und wir müssen zusehen, dass wir die Sozialsysteme mit weniger Beitragszahlern und mehr Empfängern letztlich zukunftsfähig machen.

Und da sind die Antworten, dass man den Sozialstaat unbedingt verteidigen müsse und nach Möglichkeit höhere Einkommen noch stärker belastet, etwa über Vermögenssteuern oder höhere Erbschaftssteuern oder auch einen höheren Grenzsteuersatz. Das sind natürlich alles eher Defensivstrategien und nicht welche, die wirklich darauf gerichtet sind, nachhaltig die Sozialsysteme zu stabilisieren.