Zahl der Toten nach russischen Angriffen auf Kiew steigt auf 21Die Zahl der Toten nach den jüngsten massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben auf 21 gestiegen. Unter den Toten seien drei Kinder, teilte der staatliche Katastrophenschutz am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Einsatzkräfte durchsuchten Trümmer eines Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji weiter nach Opfern. Zuvor hatte es geheißen, 16 Menschen seien durch die stundenlangen Angriffe der russischen Armee in der Nacht zum Donnerstag getötet worden. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Moskau mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Demnach wurden auch Städte im Süden und Osten getroffen. Der von Russland entfachte Ukraine-Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.Uli PutzRussische Behörden: Drei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf RjasanBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die zentralrussische Stadt Rjasan sind drei Menschen getötet worden. „Zu unserem großen Bedauern ‌wurden drei Menschen getötet und zwölf verletzt, darunter auch Kinder“, schreibt der Gouverneur der Region, Pawel Malkow, auf Telegram. Demnach ‌wurden bei dem Angriff ‌Hochhäuser und ein Industrieunternehmen beschädigt.Uli PutzUkrainischer Außenminister: Mehr internationaler Druck auf Putin nötigNach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha zeigt der ‌schwere russische Angriff während des China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump, dass Russland den Krieg trotz ‌der Friedensbemühungen ‌Washingtons fortsetzen wolle. Es müsse mehr internationaler Druck auf Putin ausgeübt werden. „Ich bin sicher, dass die ​Staats- und Regierungschefs ⁠der USA und Chinas genug Einfluss auf Moskau haben, um Putin ​zu sagen, dass er den Krieg endlich beenden ⁠soll“, schreibt er ‌auf X.Philipp von ReinersdorffZahl der Toten in Kiew steigt auf mindestens zehnNach den mehrstündigen russischen Angriffen mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist die Zahl der Toten auf zehn gestiegen. Zuvor waren zunächst fünf Tote gemeldet worden. „Bisher wissen wir von insgesamt zehn Menschen, die infolge des massiven russischen Angriffs im Kiew ums Leben gekommen sind“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Moskau habe in der Nacht zum Donnerstag mehr als 675 Angriffsdrohnen gegen sein Land gestartet und 56 Raketen abgefeuert, erklärte der Präsident. An den Einschlagsorten könnten noch mehr Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein, fügte er hinzu.Insgesamt wurden 20 Orte in Kiew angegriffen, darunter Wohnhäuser, eine Schule und eine Tierklinik, sagte Selenskyj. Mindestens 45 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei wurden aus einem einzigen Haus sieben Leichen geborgen – drei Männer, drei Frauen und ein Mädchen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die „schwersten russischen Angriffe seit Langem“. Kommentar: Russlands gut geplanter AngriffEs ist kein Zufall, dass die Angriffe auf die Ukraine pünktlich zum Treffen zwischen Trump und Xi erfolgten, kommentiert F.A.Z.-Redakteurin Othmara Glas:Selenskyj: Kanzleramtschef Frei und BND-Chef Jäger in Kiew Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) und den Präsidenten des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, in Kiew empfangen. „Wir haben darüber gesprochen, wie wir unsere Vereinbarungen mit Deutschland zur Luftverteidigung beschleunigen können, um die Ukrainer vor solch einem Terror zu schützen“, schrieb Selenskyj am Donnerstag auf der Plattform X mit Blick auf den jüngsten massiven Angriff Russlands.Der ukrainische Staatschef betonte, es habe „wichtige Signale der Unterstützung“ gegeben. „Deutschland hat wiederholt dazu beigetragen, unsere Luftverteidigung zu stärken, und wir hoffen auch jetzt auf eine solche Führungsrolle“, schrieb Selenskyj weiter. Zudem sei über ein Drohnenabkommen gesprochen worden, das die Ukraine Deutschland vorgeschlagen habe. Die Ukraine wäre in dem Zusammenhang bereit, „diejenigen zu unterstützen, die uns unterstützt haben“.Deutschland und die Ukraine hatten bei Regierungskonsultationen Mitte April eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vereinbart. Dazu gehören nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite in einem Joint Venture, Investitionen von mehreren Hundert Millionen Euro in ukrainische Fähigkeiten für Angriffe mit großer Reichweite sowie der Austausch von Gefechtsfelddaten zwischen beiden Verteidigungsministerien. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte am Montag bei einem Besuch in Kiew die gemeinsame deutsch-ukrainische Entwicklung und Produktion von Drohnen mit Reichweiten von bis zu 1500 Kilometern an. Deutschland setze im Bereich unbemannter Systeme auf Joint Ventures zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen, sagte Pistorius. Ungarische Außenministerin verurteilt AngriffeUngarns neue Außenministerin Anita Orbán hat Russland wegen jüngster Drohnenangriffe auf die westukrainische Region Transkarpatien kritisiert. Sie habe den russischen Botschafter in Budapest einbestellt, teilte die Politikerin der bürgerlichen Tisza-Partei auf ihrer Facebook-Seite mit. Sie habe ihm gesagt, dass die ungarische Regierung diese Angriffe aufs Schärfste verurteile. „Wir erwarten (von Russland) die unverzügliche Einstellung der Aggression gegen Zivilisten“, fügte Orbán hinzu. Merz nach Putin-Vorschlag: „Wir entscheiden selbst, wer für uns spricht“Nach dem Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Ukrainekonflikt einzusetzen, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Einmischungen von außen in der Frage verbeten. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders“, sagte Merz am Donnerstag in seiner Rede bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen. Er zweifelte dabei daran, dass es auf russischer Seite tatsächlich Verhandlungsbereitschaft gebe.„Wir wollen helfen, diesen schrecklichen Krieg so schnell wie möglich zu beenden“, betonte Merz. Dies erfordere aber „Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten“. Und da sprächen die „Angriffe der letzten Nacht (...) eine andere Sprache“. Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukrainekriegs am Samstag Schröder als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt. Der 82 Jahre alte frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins und war auch nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für russische Energiefirmen tätig.Merz erwähnte in seiner Rede nun weder Putin noch Schröder. Die Bundesregierung hatte den Vorstoß des russischen Präsidenten aber bereits Anfang der Woche klar zurückgewiesen. Ein Sprecher sagte, Berlin sehe „momentan in den Äußerungen des russischen Präsidenten noch keinen substanziellen Fortschritt“. Putin beharre offenbar auf seinen Bedingungen für Verhandlungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte von einem „Täuschungsmanöver“ gesprochen, mit dem Putin offenbar „von der eigenen Schwäche ablenken“ wolle.Russland greift UN-Fahrzeug mit Drohnen an Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge ein UN-Fahrzeug in der südukrainischen Stadt Cherson zweimal mit Drohnen angegriffen. Den Russen müsse klar ⁠gewesen sein, welches Fahrzeug sie ins Visier genommen hätten, erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. In dem Wagen des UN-Nothilfebüros (OCHA) hätten sich der Büroleiter und acht weitere Mitarbeiter befunden. Niemand sei verletzt worden, das Personal sei in Sicherheit gebracht worden. Zahl der Toten nach russischen Angriffen gestiegenNach den schweren russischen Angriffen ist die Zahl der Toten in Kiew nach ukrainischen Angaben auf fünf gestiegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb am Donnerstag auf der Plattform X: „Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen.“ Rund 40 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt worden, sieben in der Region Kiew, 28 weitere in der Region Charkiw sowie zwei Menschen in der Region Odessa. Aktuell seien Such- und Rettungstrupps in Kiew noch dabei, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Vom staatlichen Katastrophenschutz veröffentlichte Bilder zeigten Rettungskräfte, die in den Trümmern eines eingestürzten ​Wohnhauses nach Überlebenden suchten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, durch den Angriff sei die Wasserversorgung in Kiew unterbrochen worden. Slowakei verurteilt russische Luftangriffe Die Slowakei verurteilt die jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine. ⁠Außenminister Juraj Blanar kritisiert in einer Mitteilung insbesondere die massiven Attacken auf die grenznahe Region Transkarpatien und die Stadt Uschhorod, in der eine große slowakische Minderheit lebt. Die deutlichen Worte stechen heraus, da ‌die Regierung in Bratislava ansonsten enge Beziehungen zu Moskau pflegt. Das EU-Land bezieht weiterhin russisches Öl und Gas. Ministerpräsident Robert Fico hatte erst im April ein Ende der entsprechenden EU-Sanktionen gefordert. Ukraine erlebt einen der längsten Angriffe seit KriegsbeginnRussland hat die Ukraine seit Mittwoch mit mehr als tausend Drohnen und Dutzenden Raketen angegriffen. In Kiew ist in der Nacht mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ereignisse:Selenskyj: Russland hat mit mehr als 1500 Drohnen angegriffenRussland hat ⁠dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seit Beginn seines längeren Luftangriffes in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mehr als 1500 Drohnen auf sein Land abgefeuert. „Insgesamt hat ‌Russland seit gestern um Mitternacht mehr als 1560 Drohnen gegen unsere Städte und Gemeinden eingesetzt“, teilt er auf der Onlineplattform X mit. „Das sind ganz sicher ‌nicht die Taten derer, ‌die glauben, der Krieg gehe zu Ende.“ Uli PutzAngriffe auf Häfen in der Region OdessaDie russischen Streitkräfte haben der ukrainischen Regierung zufolge zivile Infrastruktur in der Region Odessa im ‌Süden des Landes angegriffen. Ziel seien unter anderem Häfen und Eisenbahnanlagen gewesen, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba mit.Mehr ladenTickarooLive Blog Software