Wie oft haben Sie erlebt, dass im Meeting alle nicken oder schweigen – und später ist in der Kaffeeküche das echte Feedback zu hören: die murrende Kritik, der aufrichtige Zweifel oder die Frage, die unbeantwortet im Raum steht.

Feedback und Spitzenleistung im Team erfordern Mut. „Wir alle reden darüber, dass wir mehr Mut brauchen, doch in Unternehmen fehlen häufig die Voraussetzungen dafür“, sagt Karin Lausch, Expertin für psychologische Sicherheit und Autorin des Buches „Feel Safe. Be Brave“.

Mut sei keine Eigenschaft, die Mitarbeitende mitbringen oder nicht. Mut benötigt ein Betriebssystem: Psychologische Sicherheit beschreibt ein Klima, in dem Menschen in einer Gruppe Ideen vorschlagen, Fehler ansprechen oder Kritik äußern können, ohne Angst, dafür persönlich abgewertet zu werden. Fünf Tipps von Karin Lausch:

1. Psychologische Sicherheit ist die Ressource für Mut

Wenn Menschen befürchten, für einen Fehler, einen Einwand oder das Aussprechen einer unangenehmen Wahrheit persönlich abgewertet zu werden, wird Mut zum persönlichen Risiko. „Es wird sich immer unangenehm anfühlen, eine Führungskraft zu kritisieren oder als einzige Person in der Gruppe zu widersprechen“, sagt Lausch. „Psychologische Sicherheit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir es trotzdem tun.“ Tipp: Fragen Sie am Ende eines Meetings: „Was haben wir gerade gedacht – und nicht gesagt?“