Viele Organisationen messen Leistung nach wie vor in Stunden und Anwesenheit. Wer in Meetings sichtbar ist und beim Vorgesetzten Präsenz signalisiert, steigt auf. „Wir verwechseln Anwesenheit mit Produktivität“, sagt Lasse Rheingans, der mit einem Experiment bekannt wurde. Als erster deutscher Unternehmer führte er 2017 den Arbeitstag von 8 bis 13 Uhr ein – bei vollem Gehalt und Urlaubsanspruch. Lange bevor die Coronapandemie Remote-Arbeit in die Unternehmen trug und Arbeitszeiten aufweichte, schrieb er sein Buch „Die 5-Stunden-Revolution: Wer Erfolg will, muss Arbeit neu denken“. Reporter aus der ganzen Welt kamen nach Bielefeld, um sich anzusehen, wie das funktioniert.

Heute berät Rheingans Unternehmen, die Arbeitszeit reduzieren und Prozesse effizienter gestalten wollen. Fünf Schritte für Teams, die in weniger Stunden mehr erreichen wollen.

1. Produktivität verhält sich nicht linear

„Wir glauben immer noch, wer lange arbeitet, arbeitet gut“, sagt Rheingans. „Ein kultureller Reflex“. Seine Erfahrung: Menschen leisten in der Regel nur wenige Stunden pro Tag wirklich konzentrierte Wissensarbeit. Der Rest der Zeit geht für Meetings , Chatnachrichten und organisatorischen Lärm drauf.

In vielen Jobs entstehe die Wertschöpfung in vier bis fünf wirklich produktiven Stunden. Sechs bis sieben Stunden seien möglich. „Ab zehn Stunden kippt es: Die Konzentration sinkt, die Anzahl der Fehler steigt, und die Gesundheit leidet.“