Will sich nicht übernehmen lassen: Der US-Onlinehändler Ebay

Die Online-Plattform Ebay hat das Übernahmeangebot der US-Videospielkette GameStop abgelehnt. Es sei „weder glaubwürdig noch attraktiv“, teilte Ebay am Dienstag mit. Der Verwaltungsrat von Ebay sei überzeugt, dass das Unternehmen unter dem aktuellen Management gut aufgestellt ist, um weiterhin nachhaltiges Wachstum voranzutreiben, seine Strategie konsequent umzusetzen und langfristigen Wert für unsere Aktionäre zu schaffen.

GameStop hatte Anfang Mai überraschend sein Angebot vorgelegt. Das viel kleinere Unternehmen bot 55,5 Milliarden Dollar (rund 47 Milliarden Euro) für Ebay und GameStop-Chef Ryan Cohen erklärte, er wolle einen „wahren Konkurrenten“ zum Handelsriesen Amazon schaffen. Er ließ allerdings wichtige Details dazu offen, wie er das Angebot überhaupt finanzieren wollte.

Die Aktie von GameStop gab daraufhin rund 1,5 Prozent nach. Die von Ebay verlor in einer ähnlichen Größenordnung.

GameStop hatte zu Beginn der Coronapandemie für Schlagzeilen gesorgt, weil Amateur-Händler aus dem Netz den Kurs der Aktie entgegen den Zweifeln der Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell in die Höhe trieben. GameStop-Fans und andere private Spekulanten hatten sich vor allem auf der Online-Plattform Reddit verabredet, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Indem sie den Aktienkurs des Videospiele-Händlers hochjagten, gelang es ihnen, institutionelle Hedgefonds mit ihren Plänen in Schwierigkeiten zu bringen.