Wenn ein Bundeskanzler von der CDU vor Arbeitnehmervertretern auftritt, dann ist das für ihn eher kein Heimspiel. Und wenn dieser Bundeskanzler dann auch noch den Sozialstaat beschneiden will und den Deutschen vorwirft, dass sie zu wenig leisten, dann ist das wirklich ein – um im Bild zu bleiben – Auswärtsspiel für den Kanzler.
Bei einem Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds ist Friedrich Merz am Dienstag sogar ausgebuht worden, die Stimmung war frostig.
Das beschreibt die aktuelle Debatte in Deutschland ganz gut: Auf der einen Seite sagten Politiker wie Merz, dass Reformen nötig seien, damit die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Und auf der anderen Seite machen nicht nur die Gewerkschaften klar, dass nach harten Jahren mit Pandemie, Inflation und hohen Spritpreisen die Bereitschaft, neue Einschnitte hinzunehmen, gering sei.
Bastian Brinkmann ist Redakteur im Berliner Büro der SZ und hat den Auftritt des Kanzlers beim DGB beobachtet. Er erklärt in dieser Folge von „Auf den Punkt“, was die schwarz-roten Koalitionäre tun können, um die Arbeitnehmer mit ins Boot zu holen. Er sagt aber auch: „Vielleicht müssen Sie ja auch ein Stück weit die Gewerkschaften verprellen.“








