Im Forum „Knast World“ bekommt die Justizvollzugsanstalt Euskirchen im Schnitt 4,7 von fünf Sternen. „Super Laden! Kann ich nur empfehlen!“, schreibt ein Nutzer. Auf „Knastforum.de“ rezensiert ein anderer: Die Zelle sei sauber, das Freizeitangebot hervorragend, der offene Vollzug angenehm locker, diese JVA insgesamt „das beste Gefängnis bundesweit“. Das finden womöglich nicht nur diese User, sondern wohl auch einige andere zwischenzeitliche Bewohner des Gefängnisses. Wenn auch aus Gründen, die in diesen Internetrezensionen unerwähnt bleiben.
Dieser Tage entfaltet sich ein Panorama über die Haftanstalt in Euskirchen, das den nordrhein-westfälischen Justizminister Benjamin Limbach von den Grünen „fassungslos“ macht, wie er es formuliert. Es ist ein Skandal, dessen wahres Ausmaß sich womöglich erst noch zeigt. In der JVA Euskirchen soll eine Gruppe von Justizbeamten ein System der Korruption etabliert haben, das Prinzip: Hafterleichterungen gegen Schmiergeld.
Vor einer Woche sind 200 Polizisten in der JVA und an den Wohnungen von acht Mitarbeitern angerückt. Bei der Razzia beschlagnahmten sie Handys, Akten, Datenträger. Seitdem kommen immer neue Details heraus über das, was sich in den vergangenen Jahren in Euskirchen abgespielt haben soll. Die acht Mitarbeiter sind jetzt Beschuldigte in einem Ermittlungsverfahren.







