PfadnavigationHomeSportFußballChampions LeagueSchiedsrichter-Kritik„Klare Fehlentscheidung“ – Bayerns Attacken auf den SchiedsrichterVeröffentlicht am 07.05.2026Lesedauer: 4 MinutenDer FC Bayern scheitert im Champions-League-Halbfinale an Paris St. Germain. Im Rückspiel erreichten die Münchner lediglich ein 1:1 gegen den Titelverteidiger. Der Frust auf Schiedsrichter Joao Pinheiro ist groß. Das kann BILD-Fußballchef Christian Falk nachvollziehen, sagt aber ebenso: „Der FC Bayern hatte nicht seinen besten Tag.“Zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Joao Pinheiro sorgen beim Aus des FC Bayern in der Königsklasse für Aufregung. Die Bayern wüten gegen den Portugiesen – und kritisieren die Uefa für dessen Ansetzung.Nach dem bitteren Ausscheiden in der Champions League attackiert der FC Bayern den europäischen Verband Uefa. Und übt heftige Kritik an der Leistung des Schiedsrichters im Rückspiel des Halbfinales gegen Paris Saint-Germain (1:1). Die Uefa hatte den 38 Jahre alten Joao Pinheiro aus Portugal für die Partie eingeteilt. Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters, sagte nach Abpfiff in den Katakomben des Stadions über die Ansetzung von Pinheiro: „Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter ein Halbfinale pfeift, der noch nie ein Halbfinale gepfiffen hat und der auf seiner Liste erst 15 Champions-League-Spiele hat. Das ist ungewöhnlich und vielleicht erklärt das auch manchen Pfiff.“Lesen Sie auchZwei Entscheidungen des Referees waren es, die für großen Frust und heftige Debatten sorgten. Für ein Handspiel des PSG-Spielers Joao Neves keinen Elfmeter gegeben zu haben, erwies sich als richtige Entscheidung. Deutlich strittiger war jedoch, dass Verteidiger Nuno Mendes in der ersten Halbzeit keinen Platzverweis kassierte. „Wenn sie eine gelb-rote Karte kriegen, sieht alles wieder anders aus“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl. „Und das sind Momente, die leider heute nicht auf unserer Seite waren.“„Ist natürlich eine Szene, die dieses Spiel entscheidet“, sagt KompanyKonkret ging es um ein klares Handspiel des bereits gelb-verwarnten Mendes in der 29. Minute, als er ein Dribbling des Bayern-Spielers Konrad Laimer stoppte. Schiedsrichter Pinheiro entschied aber auf Handspiel von Laimer kurz vor jener Aktion. „Man hat eindeutig gesehen, dass der Ball bei Laimer an den Bauch, an den Oberschenkel, an die Hüfte ging. Dementsprechend hätte es in der Folge eine Gelb-Rote Karte für Mendes geben müssen. Das ist eine klare Fehlentscheidung“, sagte der frühere Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer als Experte des ZDF.Als Trainer Vincent Kompany auf die Szenen angesprochen wurde, sagte er: „Ich habe kein einziges Bild gesehen, wo Konrad Laimer den Ball mit seiner Hand berührt. Stimmt das? Hat jemand vielleicht andere Bilder gesehen hier? Nein? Es sitzen hier mindestens 50 Leute. Nicht eine Person sagt, dass sie ein anderes Bild gesehen hat. Also ich war zehn Meter davon entfernt. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass Konni den Ball mit seiner Hand berührt hat.“ Lesen Sie auchFür Kompany hätte es danach zwingend Gelb-Rot für Mendes geben müssen: „Für mich war es dann deutlich auch die zweite Gelbe Karte und dann auch die Gelb-Rote Karte. Ganz deutlich. Irgendwie haben wir dann einen Pfiff gegen uns bekommen. Und die Szene ist natürlich eine Szene, die dieses Spiel entscheidet.“ Laimer selbst meinte: „Der Schiedsrichter pfeift mein Handspiel, als die Aktion von ihm schon passiert ist. Das habe ich schon im Spiel komisch gefunden. Es wäre schon ein sehr entscheidender Moment gewesen, wenn da ein Spieler nach 20 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz geht.“Auch ein nicht gegebener Handelfmeter nur zwei Minuten nach der Szene mit Laimer sorgte für große Bayern-Proteste. Bei einem Befreiungsschlag von PSG-Profi Vitinha prallte der Ball im Strafraum deutlich an den abgespreizten Arm von Neves. Pinheiro aber gab keinen Strafstoß.Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.„Das ist eine sehr interessante Regel-Geschichte“, räumte auch Kinhöfer ein: „Der Spieler will den Ball aus dem Strafraum schlagen. Er will keinen Angriff unterbinden, er will keine Flanke unterbinden, er will keinen Torschuss unterbinden. Und da ist die Regelauslegung so: Wenn der Ball vom eigenen Mitspieler kommt, wird das regeltechnisch nicht als strafbares Handspiel geahndet. Wäre der Schuss von einem Bayern-Spieler gekommen, wäre es zu einem Strafstoß gekommen. Deshalb hat der VAR gar nicht eingegriffen.“ Ballack echauffiert sich nach AbseitspfiffDie Bayern-Spieler hatten noch auf dem Platz heftig protestiert. Und auch Trainer Vincent Kompany ärgerte die Situation: „Ob es vom eigenen Spieler ist oder nicht, das ist bisschen Quatsch, ein bisschen Blödsinn“, sagte er bei DAZN.Vor den strittigen Szenen in der 29. und 31. Minute hatte der Unparteiische Bayern-Stürmer Harry Kane zurückgepfiffen, der alleine auf das Pariser Tor zugelaufen war – offenbar zu Unrecht. „Der Schiedsrichter pfeift, bevor der Linienrichter die Fahne hebt. Vielleicht hat es da eine Kommunikation gegeben. Aber er darf es nicht abpfeifen! Das ist eine Riesen-Fehlentscheidung!“, echauffierte sich DAZN-Experte und Co-Kommentator Michael Ballack bei dieser womöglich spielentscheidenden Szene.jwo/dpa