PfadnavigationHomeRegionalesHamburgOMR-Festival„Als Quarterback war ich ein Arschloch“ – Tom Brady über seine härteste LektionVeröffentlicht am 07.05.2026Lesedauer: 4 MinutenTom Brady bei seinem Auftritt in Hamburg – er gab einen tiefen Einblick in seine Karriere und seine EinstellungenQuelle: Getty Images/Andreas RentzUS-Superstar Tom Brady erklärt sein Erfolgsrezept, Heidi Klum schwört auf Fleiß statt Glamour. Und Lars Klingbeil räumt ein, dass die Koalition gerade wenig Grund zum Feiern hat: Der zweite Tag des OMR-Festivals in Hamburg lieferte ungewohnt ehrliche Einblicke.Der zweite Tag des OMR-Festivals in Hamburg brachte einige ungewöhnlich offene Bekenntnisse. Tom Brady, siebenfacher Super-Bowl-Sieger und erfolgreichster Quarterback der NFL-Geschichte, blickte zum Beispiel auf seine Karriere zurück – und sparte nicht mit Selbstkritik. „Als ich noch Quarterback war, war ich irgendwie ein Arschloch“, sagte der 48‑Jährige. Es ist einer jener Sätze, die im Saal hängen blieben. Brady beschreibt seinen früheren Führungsstil als kompromisslos, geprägt von Detailversessenheit und dem Anspruch, dass jeder im Team perfekt liefert.Lesen Sie auchSein Thema aber reicht über den Sport hinaus. Es geht um Erfolg als Haltung: pünktlich sein, länger bleiben als andere, sich nicht mit Mittelmaß zufriedengeben. Gewinnen, so formulierte Brady, sei kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Disziplin, Ausdauer und dem unbedingten Willen zum Sieg. Erst im Lauf seiner Karriere habe er gelernt, gelassener zu reagieren, wenn Dinge nicht nach Plan laufen. Heute arbeitet es unter anderem als Sport-Kommentator; dass er dabei in zehn Jahren 300 Millionen Dollar erhält, dementierte er nicht: „So ungefähr“, lautete seine Antwort.Dass diese Mischung aus Leistungsdruck und persönlicher Entwicklung auch jenseits des Spielfelds auf Resonanz stößt, passte zum Selbstverständnis der OMR: Als Plattform für digitale Wirtschaft bringt das Festival seit Jahren Persönlichkeiten aus Sport, Unterhaltung und Politik zusammen – mehr als 800 Speaker standen in diesem Jahr auf den Bühnen. 70.000 Menschen hatten sich Eintrittskarten gesichert, die für beide Tage bis zu 600 Euro kosteten.Von der maximalen Kontrolle zur bewussten Lockerheit, darüber hatte zuvor auch Topmodel und Businessfrau Heidi Klum berichtet. Sie sprach, begleitet von ihrem neuen Hündchen Fritz, über eine Karriere, die seit Jahrzehnten anhält – und begründete ihren Erfolg mit Prinzipien, die zunächst unspektakulär wirken: Fleiß, Verlässlichkeit und ein gutes Maß an sozialer Intelligenz im Umgang mit anderen. Nicht äußere Perfektion habe sie so lange im Geschäft gehalten, sondern die Bereitschaft, auch hinter den Kulissen Verantwortung zu übernehmen.Klum beschrieb ihre Arbeitsweise als Mischung aus Disziplin und Instinkt. Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen und ein freundlicher Umgangston hätten dafür gesorgt, dass Kunden und Partner immer wieder auf sie zurückkamen. Zugleich betonte sie ihre unternehmerische Neugier: Ideen entwickeln, Chancen erkennen, Neues ausprobieren. Der „Hunger“, wie sie es nennt, sei bis heute ein wesentlicher Antrieb – zuletzt etwa bei Kooperationen, die aus persönlichen Vorlieben entstehen. Und so präsentierte sie eine Kooperation mit einem Chipsfabrikanten, der ihr den Wunsch nach Brathähnchen-Geschmack erfüllte. Auffällig war, wie deutlich Klum dabei die Unterschiede zwischen den Generationen markiert. Der „Drive“ vieler Jüngerer sei ein anderer, sagte sie auch mit Blick auf ihre eigenen Kinder, was sie auch auf die permanente Erreichbarkeit in digitalen Welten zurückführt. Wo früher klare Grenzen den Alltag strukturierten, herrsche heute eine Dauerpräsenz, die Orientierung erschwere. Ihre eigene Social‑Media‑Strategie wirkt vor diesem Hintergrund fast demonstrativ unstrategisch: posten, was gerade entsteht, ohne sich am Algorithmus auszurichten. Ob es funktioniert, entscheiden die Nutzer.Zwischen den beiden Superstars musste sich Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) behaupten. Als regelmäßiger Gast der OMR knüpfte er an die Mischung aus Analyse und Selbstvergewisserung an, die den Tag prägte. Klingbeil räumte offen ein, dass die schwarz‑rote Koalition nach einem Jahr im Amt in einer schwierigen Phase sei. Es habe zuletzt „viel zu viele“ Streitigkeiten zwischen CDU und SPD gegeben.Gleichzeitig versuchte er, den Konflikt einzuordnen. Unterschiedliche Positionen seien in einer Koalition unvermeidlich – entscheidend sei, am Ende zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen. Dass dies bislang gelungen sei, betonte Klingbeil ausdrücklich, auch wenn der Jahrestag der Regierung durch die jüngsten Auseinandersetzungen überschattet werde. Der politische Auftritt fügte sich in das Gesamtbild eines Festivals, das längst mehr ist als ein Branchentreff. Auf den Bühnen der Hamburger Messehallen trafen Popkultur, Wirtschaft und Politik aufeinander – ein Format, das zehntausende Besucher anzieht und die Grenzen zwischen diesen Bereichen zunehmend verwischt. Sichtbar wurde, dass Erfolg – ob im Sport, im Business oder in der Regierung – immer auch eine Frage von Haltung ist.
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US-Superstar Tom Brady erklärt sein Erfolgsrezept, Heidi Klum schwört auf Fleiß statt Glamour. Und Lars Klingbeil räumt ein, dass die Koalition gerade wenig Grund zum Feiern hat: Der zweite Tag des OMR-Festivals in Hamburg lieferte ungewohnt ehrliche Einblicke.






